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Aktionsplan für Recklinghauser Straße

20.06.2007 | 08:39 Uhr

Bezirksregierung drückt beim Kampf gegen den Feinstaub im Wanner Norden aufs Tempo: Schon im Oktober, spätestens aber im November sollen konkrete Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung greifen

Die Terminfestlegung für die Verabschiedung eines Aktionsplans ist Ergebnis einer Unterredung zwischen Vertretern der Bezirksregierung, der Stadt und weiteren Landesbehörden gestern Morgen im Herner Umweltamt.

Regierungspräsident Helmut Diegel hatte die ersten Gespräche für den Aktionsplan auf Anweisung des NRW-Umweltministeriums anberaumt. Grund für die Eile sind die Feinstaub-Messungen an der Recklinghauser Straße. Obwohl die Anlage momentan wegen technischen Defekts keine Daten liefert, steht die Überschreitung des gesetzlich festgelegten jährlichen Belastungsmaximums bereits jetzt kurz bevor. So wird in Kürze die Zahl von 35 Tagen überschritten sein, an denen mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft festgestellt wurden.

Um konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Feinstaubs ansetzen zu können, so Hernes Umweltdezernent Jan Terhoeven zur WAZ, seien noch umfangreiche Analysen nötig. Vor allem müsse geklärt werden, wer für den Feinstaub verantwortlich sei. Neben der Hintergrundbelastung der Industrie seien die Autobahn, die hoch frequentierte Bahnstrecke, der Schiffsverkehr auf dem Kanal - und vor allem der Lkw-Verkehr über die Recklinghauser Straße näher zu untersuchen. So kündigte Terhoeven eine Lkw-Verkehrszählung an. Sie soll auch zeigen, wohin die Laster fahren bzw. woher sie kommen. Die Stadt vermutet starken Verkehr insbesondere durch die Deponie Emscherbruch, die RZR-Müllverbrennung und den Logistik-Standort am Güterverkehrszentrum.

Nach Ermittlung der Emmissionsquellen, so Terhoeven, werde die gestern einberufene Arbeitsgruppe Vorschläge zur Feinstaub-Reduzierung erarbeiten.

Von einer Teil- oder Vollsperrung der Recklinghauser Straße für Lkw, das machte der Umweltdezernent noch mal deutlich, hält er nichts. "Ein Aktionsplan für 500 Meter Recklinghauser Straße ist absurd, dann verlagern wir das Problem nur an eine andere Ecke." Terhoeven plädiert weiter für eine Umweltzone für das gesamte Ruhrgebiet.

Von Mirco Stodollick

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