Ärger über Schrottimmobilien im Bezirk Eickel

Kein schöner Anblick: Ein heruntergekommenes Haus an der Dürerstraße.
Kein schöner Anblick: Ein heruntergekommenes Haus an der Dürerstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit über einem Jahrzehnt gammeln im Bezirk Eickel einige Häuser vor sich. Stellen sie keine Gefahr dar, kann die Stadt dagegen nicht viel tun.

Wanne-Eickel..  Ob an der Kurhausstraße, an der Dürerstraße oder am Bobenfeld: Seit Jahren gibt es dort Schrottimmobilien, die vor sich hingammeln. Und seit Jahren bringt die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Eickel das Thema immer mal wieder auf die Tagesordnung. Das Ergebnis ist meistens unbefriedigend: So lange die Häuser gesichert sind und keine Gefährdung von ihnen ausgeht, hat die Stadt kaum einen Handhabe, die Eigentümer in die Pflicht zu nehmen.

Daran, so Ralf Lieder vom Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung, habe auch der § 179 Baugesetzbuch nur bedingt etwas geändert, mit dem den Kommunen größere Möglichkeiten als bisher eingeräumt werden sollen, etwas gegen solche Schrottimmobilien zu unternehmen, wenn der Eigentümer es nicht tut.

„Die Umsetzung dieser Rechte ist problematisch“, sagt Ralf Lieder. Das Ergebnis könne zum Beispiel sein, dass der Eigentümer ein Abnahmegesuch an die Stadt richtet - die dann auf den Kosten sitzen bliebe, was sich Herne nicht leisten könne. Selbst wenn die Stadt nach § 179 handele, könne sich solch ein Verfahren über bis zu vier Jahren hinziehen. „Das wäre doch schon mal ein Fortschritt“, frotzelte Andreas Barzik, CDU-Fraktionschef in Eickel: „Unsere erste Anfrage zu den Schrottimmobilien haben wir vor elf Jahren gestellt.“ Die Stadt, schränkte Lieder ein, sei aber auch nicht machtlos. Es werde gerade ein Bericht erarbeitet, wie künftig mit solchen Häusern umgegangen werden soll.

Etwas konkreter konnte er sich zu den heruntergekommenen Immobilien am Bobenfeld äußern. Die Häuser 2 und 4 seien unbewohnt, aber gesichert; auch von den draußen gelagerten Materialien gehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus, habe eine Inspektion durch den Fachbereich Umwelt ergeben. Dennoch habe die Stadt Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen und einen Ortstermin vereinbart. Beim Haus Bobenfeld 6 sei das Material draußen dagegen nicht gesichert: Die Stadt habe den Eigentümer schriftlich aufgefordert, dies sofort zu ändern.