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Adelssitz im Land der Burgen

19.08.2008 | 19:17 Uhr

Im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 wird das Schloss Strünkede Außenschauplatz der LWL-Mittelalter-Ausstellung "AufRuhr! Anno 1225". Reiseführer und Radroute sollen den Standort nachhaltig einbinden

Grabskulpturen von Jobst von Strünkede und seiner Frau Henrika von Hatzfeld im Schloss. Foto: Stefan Kuhn, press image

Wenn im Jahr 2010 das Ruhrgebiet Kulturgebiet wird, will sich Herne mit dem Thema "Burgen" überregional bekannt machen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat seine geplante Mittelalter-Ausstellung "AufRuhr! Anno 1225" schon vor einiger Zeit ins Spiel gebracht, jetzt steht fest: Auch Schloss Strünkede macht bei diesem Kulturhauptstadt-Projekt mit. Näheres wurde gestern im Rathaus besprochen, wo sich die Kulturdezernentin der Stadt, Gudrun Thierhoff, mit der neuen Kulturdezernentin des LWL, Dr. Barbara Rüschoff-Thale, verabredet hatte. Mit dabei: Dr. Josef Mühlenbrock, der die Leitung des Archäologiemuseums im März von Rüschoff-Thale übernommen hatte, und der Leiter des Burgenprojektes, Stefan Leenen.

Auch wenn es nicht offensichtlich ist, so habe Herne doch mit den Überresten von Haus Crange und Schloss Strünkede statistisch eine beachtliche "Burgendichte", erläuterte Leenen gestern der staunenden Presse. Das Projekt will den Blick auf das Wasserschloss als Adelssitz lenken. Dort will man die von der stellvertretenden Leiterin des Emschertalmuseums, Dr. Gabriele Wand-Seyer, aufgearbeitete Geschichte der Adelsfamilie Strünkede ins rechte Licht rücken. Damit wird Schloss Strünkede einer von elf Außenstandorten, die die Ausstellung des LWL-Museums ergänzen. Ein Kombiticket für das Museum und die Herner "Burg" ist geplant.

Eröffnet werden soll die 1,7 Mio Euro teure "AufRuhr!"-Schau möglichst im Februar 2010, wenn es nach Hausherr Mühlenbrock geht. Aber schon im Sommer 2009 wird draußen etwas passieren. Der LWL plant als spektakulären Blickfang im Schatten des Museums den Bau einer mittelalterlichen "Motte". gemeint ist ein 18 Meter hoher Holzturm, der auf einem sieben Meter hohen künstlichen Hügel errichtet und museumspädagogisch "bespielt" wird.

Und damit die Kulturhauptstadt-Touristen und alle Besucher nach ihnen die Burgen auch finden, ist ein "mittelalterlicher Reiseführer" in Vorbereitung, mit Texten und sehr attraktiven Bildern, u.a. aus der Luft, wie die Kulturdezernentin ankündigte. Barbara Rüschoff-Thale ist übrigens kürzlich mit Oliver Scheytt, dem Geschäftsführer der Ruhr 2010 GmbH, die Wege mit dem Rad abgefahren. Um die Verbindungen zwischen den Burgen zu überprüfen und zu gucken: "Ist das touristisch zu vermarkten?" und "Gibt es Gastronomie?" Sie fanden es toll. Einziges Manko: "Es gibt zu wenige Hotels."

Von Ute Eickenbusch

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