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Aarons Hoffnung

11.12.2007 | 17:47 Uhr

Immer mehr Menschen schieben ihre Tiere ins Heim ab. Vor allem dann, wenn Hund oder Katze älter sind.Seit Oktober steigt die Zahl. ...

... Vielen Besitzern wachsen unter anderem die Tierarztkosten über den Kopf Ein Auto rauscht vorbei, sofort spitzt Aaron die Ohren. Der langhaarige Schäferhund zieht an der Leine, er will zur Straße. Vielleicht hofft er, dass seine Familie mit dem Auto zurückkommt, um ihn doch wieder abzuholen. "Das kommt hier aber nur ganz selten vor", sagt Brigitte Seele-Roßbach. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Herne-Wanne kennt sich mit ausgesetzten Tieren aus. Seit 14 Jahren engagiert sich die Hundeliebhaberin ehrenamtlich für das Tierheim an der Hofstraße. Dort lebt nun auch Aaron - seit gut zwei Wochen, in einem Zwinger so groß wie ein Pkw. Nach zwölf Jahren hatte ihn seine Familie dort abgeliefert. Vermutlich unter einem Vorwand: Plötzliche Allergien, zu lautes Bellen oder Zeitmangel sind die gängigsten Gründe, die Tierschützer zu hören bekommen, so Brigitte Seele-Roßbach. "Manche Geschichten sind wahr, manche nicht".#9Vielleicht ist Aaron einfach zu alt. Mit zwölf Jahren hat er höchstens noch zwei Jahre zu leben. Im Alter abgeschoben werden, das erleben immer mehr Tiere in Wanne und Umgebung. Brigitte Seele-Roßbach beobachtet eine steigende Tendenz, gerade in den letzten zwei Monaten: "Wir haben so viele alte Tiere bekommen wie noch nie". Seit Oktober wurden insgesamt zwölf Hunde über zehn Jahren, aber auch knapp 25 alte Katzen im Tierheim abgegeben. Brigitte Seele-Roßbach vermutet, dass auch die hohen Tierarztkosten viele Besitzer dazu bringen, ihr Haustier wegzugeben. Gerade alte Tiere sind oft anfälliger für Krankheiten. Und so eine Hundeoperation kann über 500 Euro kosten. Das Tierheim bezahlt für Behandlungen seiner Schützlinge insgesamt über 5000 Euro - monatlich. Der Arzt untersucht jedes Tier, das neu dazukommt. Daran müssen sich Hundebesitzer beteiligen: Wer seinen Hund abgibt, muss 50 Euro Schutzgebühr zahlen. Würden weniger Tiere abgegeben, wenn die Schützgebühr höher wäre? "Nein", sagt Brigitte Seele-Roßbach, "sie würden einfach ausgesetzt." Bei Hunden heißt ausgesetzt: Irgendwo mit der Leine anbinden - bis Menschen aufmerksam werden und die Feuerwehr alarmieren. Diese bringt die verlassenen Hunde dann ins Tierheim. Auch Oberflächlichkeit bringt Menschen dazu, ihre alten Tiere abzugeben. Seele-Roßbach: "Vielleicht soll ein neues Tier unterm Tannenbaum sitzen." Tiere als Weihnachtsgeschenke gibt es im Heim nicht. Wer ein Tier aufnehmen möchte, wird genau geprüft. Die ganze Familie muss sich vorstellen, die Wohnung wird auf Tiertauglichkeit gecheckt. Dazu sind fünf Mitarbeiter im Einsatz. Die Prüfung dient dem Schutz der Tiere, schließlich sollen sie eine "gute" Familie bekommen. Vermittlung ist immer das Ziel der Tierschützer. Jedes der gut 700 Tiere, die jährlich ins Tierheim gebracht werden, hofft auf ein neues Zuhause. ina

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