29. Rockspektakulum stößt in Herne auf große Resonanz

Heimspiel: Der Auftritt der Band „Der Gorilla Vonne Kirmes“ war ein Höhepunkt beim zweitägigen Festival Auf dem Stennert.
Heimspiel: Der Auftritt der Band „Der Gorilla Vonne Kirmes“ war ein Höhepunkt beim zweitägigen Festival Auf dem Stennert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das 29. Rockspektakulum fand am Freitag und Samstag auf dem Stennert-Gelände statt. Das Festival war auch diesmal ein großes Familienfest.

Herne..  „Wir spielen jetzt hier seit vier Jahren – und es war noch nie so voll“, schrie Lucky Maniatopoulos, Sänger der Band Tri State Corner, dem Publikum entgegen. Da war was dran: Am Samstagabend füllte sich die Wiese Auf dem Stennert beim 29. Rockspektakulum.

Die Bouzouki-Rocker waren die Abschlussgruppe beim diesjährigen Herner Rockfestival. Der außergewöhnliche Klang der Band ist nicht nur auf die Stimme des Sängers zurückzuführen, sondern auch auf die Rolle der griechischen Laute - der Bouzouki. Tri State Corner mischen Rock, Metal und Folk zur melodischen Musikwundertüte. Das Publikum fand Gefallen daran – „toll“ und „super“, urteilten die Besucher.

Die Band der Trostpreise

Ähnliche Lobeshymnen bekamen auch die Primaten vom Jahrmarkt zu hören. Die Band „Der Gorilla Vonne Kirmes“ ist eine Institution auf dem Festival mit ihrem Hardcore – oder besser: ihrer Kirmescore-Musik. Wer mit dem Begriff wenig anfangen kann: Es war laut, wild und bunt. Gummiknüppel flogen durch die Luft, die Konfettimaschine schoss kiloweise Papierschnipsel in die Menge. Kurzum: Es war eine wilde Party.

Direkt vor der Bühne drängelten sich die Massen - so voll wie bei den Gorillas war es dort selten. Die Bühnenshow der Truppe verlangte die volle Aufmerksamkeit der Besucher. Jede Sekunde wurde nämlich ein neuer Gummiartikel oder eine neue Süßigkeiten aus den Tiefen der Bühne gezogen – sie seien eben die „Band der Trostpreise“, wie Sänger Alphagorilla erklärte.

Während des Auftritts sprang ein halbnackter Fan in einem bunten Morgenmantel auf die Bühne. Bei anderen Festivals wäre das wohl ein Job für die Security, beim Rockspektakulum wurde der Fan von der Band auf der Bühne in den Arm genommen.

Noch etwas stach besonders ins Auge: Während die Bands auf der Bühne durchaus harte Musik spielten, war die Stimmung auf dem Festival frei von Aggressionen und es herrschte eine familiäre Stimmung. Viele kleine Kinder rockten auf den Schultern der Väter zum Hardcore der Gorillas, als wären sie beim Kirmesumzug.

Das Festival richtete sich jedoch nicht nur an Freunde der härteren Gangart. Die Deutschrock-Band Metamorphosis war am Samstag für die ruhigeren Töne zuständig. Während der Umbauphasen auf der großen Bühne spielten Michael Völkel aka Spielmann Michel und seine Freunde in der Muschel – eine Nebenbühne am anderen Ende des Platzes. Mittelalterliche Klänge schallten über den Platz, als Freunde des Spielmanns in passender Bekleidung die Gitarre und Laute zupften. Mal spielten zwei Leute in der Muschel, mal quetschten sich vier Personen in die kleine Kuppel, um das wartende Publikum mit Folkrock zu unterhalten.

Das sowohl am Freitag als auch am Samstag sehr gut besuchte Festival wurde wieder vom Musikertreff Stennert organisiert. Auf dem Gelände war fürs Wohl der Gäste gesorgt: neben einem Cocktailstand gab es sowohl Getränke- als auch Imbissstände.

14 Bands an zwei Tagen

Neben den Gorillas, Metamorphosis und Tri State Corner waren elf Bands am Start.
Und zwar: Why Amnesia, FS Ninety 8, Resoval, Kynski, Sautöter, The Greeds, King’s Tonic, Desert Company, Amp, No Fishing und Mercurys Future. In der Muschel spielten Rich Kid Rebellion, Cello und Waldi Waldek.