23 Nisan in Horsthausen
24.04.2007 | 15:11 Uhr 2007-04-24T15:11:24+0200Grundschule an der Diedrichstraße greift mit Tag des Kindes am 23. April türkische Tradition auf.Integration und Sprachförderung spielen auch jenseits des Festes eine große Rolle
AUS DEN SCHULENSo eine Indianerin sehen die Kinder von der Diedrichstraße nicht alle Tage. Wild tanzt sie zum Trommelklang vom Band, mit ihren schwarzen Zöpfen und dem rot-blau-weißen Kleid mit Schellen ein echter Hingucker. "Jetzt machen wir alle zusammen einen Freundschaftstanz", sagt Susan Dreaming Star, und sie bilden einen Kreis. Die deutschen und die türkischen Kinder und ihre Mütter, die am Montag in die Grundschule Diedrichstraße gekommen sind, zu einem Festtag, den sie gut kennen. "23 Nisan", sagt man in der Türkei zum 23. April, dem Tag, den Staatsgründer Kemal Atatürk zum Tag des Kindes erklärt hat.
An der Horsthauser Schule hat jede zweite Familie ihre Wurzeln in der Türkei. "Bisher haben wir ihnen Weihnachten und Ostern vermittelt", begründet Schulleiterin Barbara Ocken-Bitter das erste Kinderfest zum 23. April. "Jetzt ist es mal umgekehrt." Was es mit dem Tag des Kindes auf sich hat, erfuhren alle, die es noch nicht wussten, bei der Eröffnung, zu der auch Gedichte, Tänze und Musik dargeboten wurden. Eine Einstimmung auf den Vormittag, der in Klassenzimmern und auf dem Schulhof seinen Verlauf nehmen sollte. Da wurde gemalt und getanzt, das Schwungtuch flatterte, und auch zu essen gab es reichlich und lecker, gebacken und gebraten von den türkischen Eltern.
Integration gelungen? "Bei den Kindern untereinander klappt das hervorragend", sagt die Schulleiterin. Sie freut sich, dass auch die Eltern zum Kindertag gekommen sind, die sie an Elternabenden gern etwas öfter sehen würde, türkische wie deutsche. Als großen Erfolg sieht sie die Elternschule: Einmal in der Woche treffen sich türkische Mütter zum Austausch über Bildung und Erziehung, geleitet von einer Fachfrau. "Tornistergruppen" nennen sie das hier, in Anlehnung an die Rucksackgruppen in einigen Kindergärten. Eine Einrichtung, die die Schulleiterin gerne öffnen würde für deutsche Eltern. Auch eine Sportgruppe von Müttern und Kindern hat sich etabliert. Dank der vorschulischen Förderung sprächen viele Kinder inzwischen sehr gut Deutsch, sagt Barbara Ocken-Bitter. "Die Kindergärten arbeiten sehr intensiv." In der Schule erhalten sie eine weitere Förderung durch die Lehrerin Tülay Ilbeyoglu, die auch das Kinderfest mit initiiert hat.
Integration: ein Prozess, der immer wieder neu überlegt werden will. Der enge Austausch mit anderen Schulen des Stadtteils, Kindergärten, dem Integrationsrat, der Gesellschaft für Integration (GfI) und der RAA hilft, ihr ein Stück näher zu kommen. ei "Integration klappt bei den Kindern hervorragend"
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