21 Monate Haft auf Bewährung für Steuerbetrüger

In den Büchern war die Rede von Fahrtkosten, in Wahrheit war es steuerfreier Bonuslohn: Ein Familienvater (39) aus Börnig ist am Donnerstag am Bochumer Schöffengericht zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Geschäftsführer einer Leiharbeiterfirma hatte gestanden, dutzende Angestellte jahrelang nebenher „schwarz“ bezahlt zu haben.

Laut Urteil gingen durch das Schwarzlohn-Modell zwischen 2011 und 2012 allein den Sozialversicherungsträgern zeitweise rund 500 000 Euro an Beiträgen verloren. Die gezahlten Schwarzlöhne erzeugten darüber hinaus bei den Finanzbehörden ein Lohnsteuerminus in Höhe von rund 350 000 Euro. Aufgeflogen war der Schwindel durch einen anonymen Hinweis.

Der Angeklagte hatte den Steuer- und Sozialbetrug von Anfang an zugegeben. Um hoch qualifizierte Fachkräfte an seine Firma binden zu können, hatte sich der 39-Jährige heimlich ein Schwarzlohn-Modell ausgedacht. Um den Monatslohn und die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter derart aufpolieren zu können, dass sich potenzielle Mitbewerber die Zähne ausbeißen, versprach er lukrative Bonusprämien – diese wiederum waren aber komplett illegal. Der 39-Jährige fingierte in den Büchern höhere Fahrtkosten und zahlte diese (auf dem Papier legal) steuerfrei aus. In Wahrheit waren die Angestellten aber keinen einzigen Kilometer mehr gefahren. Bei dem Bonus handelte es sich schlicht um verdeckten Schwarzlohn. Die gezahlten Summen hätten sowohl versteuert als auch sozialversicherungsrechtlich berücksichtigt werden müssen.

Was in den Augen der Richter als „Riesen-Plus“ für den Betrüger sprach: Neben einem frühen Geständnis hat er die Steuer- und die Beitragsschuld komplett ausgeglichen. „Wir gehen davon aus, dass Sie ihre Lektion gelernt haben und sich so etwas nicht wiederholt“, hieß es im Urteil.