2014 brachte leichte Aufhellung auf dem Herner Arbeitsmarkt

2014 sank die Zahl der Arbeitslosen in Herne um knapp 600 Personen.
2014 sank die Zahl der Arbeitslosen in Herne um knapp 600 Personen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Das vergangene Jahr brachte eine leichte Aufhellung auf dem Herner Stellenmarkt. Knapp 600 Menschen weniger waren arbeitslos im Jahr davor.

Herne.. Der Arbeitsmarkt in Herne hängt grundsätzlich immer voller grauer Wolken, doch im vergangenen Jahr gab es die eine oder andere Aufhellung. „Ich möchte das nicht überbetonen, aber 2014 waren wir durchaus erfolgreich“, sagt Luidger Wolterhoff, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. In Zahlen ausgedrückt: Ende Dezember zählte die Agentur in Herne knapp 600 arbeitslose Personen weniger als vor einem Jahr. Die Quote sank in dieser Zeit um 0,7 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent.

Auf der Positivseite verbucht Wolterhoff die Tatsache, dass im September erstmals die Marke von 10 000 Arbeitslosen unterschritten wurde. Was ihn ebenfalls freut: Es konnten deutlich mehr Menschen aus Hartz IV heraus in Arbeit gebracht werden.

Dies spiegelt sich auch auf der anderen Seite: 2014 wurden dem Arbeitgeberservice insgesamt 2641 neue Stellen in Herne gemeldet. Dies bedeutete ein Plus von 86 Stellen - eine erfreuliche Entwicklung im Vergleich zu 2013, als es einen Rückgang um 20 Prozent gab.

Opelaner sind ein großes Thema

Trotz dieses erfreulichen Trends bleibt Wolterhoff realistisch: 2014 sei für viele Menschen eine starke Belastung gewesen. Damit meint er in erster Linie die Schließung des Opelwerks in Bochum, von der in Herne rund 430 Beschäftigte direkt betroffen waren. Sie tauchen - noch - nicht in der Arbeitslosenstatistik auf, weil die ehemaligen Opelaner in eine Transfergesellschaft gewechselt sind. Ansonsten sähe die Statistik wohl deutlich anders aus. „Es ist ein großes Thema 2015, die Opelaner in Arbeit zu bringen“, so Wolterhoff.

Beim Ausblick auf das neue Jahr erwartet er keine außergewöhnlichen Ausschläge - weder nach oben noch nach unten. Die Zahlen würden sich auf dem aktuellen Niveau bewegen. Diese Einschätzung deckt sich mit den Prognosen der Firmen, die einen unveränderten Personalbestand erwarten.

Eine Strategie für 2015, aber auch die kommenden Jahre, werde die Qualifizierung sein. „Das ist zwar nicht besonders originell, aber richtig“, so Wolterhoff. Der Hintergrund ist offensichtlich: Zwar steige die Zahl der Beschäftigten seit einigen Jahren an, doch nicht ausreichend qualifizierte profitieren nur unzureichend davon. Es wird in Zukunft immer weniger Angebote für gering Qualifizierte geben. Wolterhoff: „Eine tragfähige berufliche Qualifikation ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit.“ Die Agentur werde versuchen, Menschen mit Einschränkungen (fehlende Ausbildung oder Gesundheit sowie längere Arbeitslosigkeit) zumindest die Chance auf ein Vorstellungsgespräch zu eröffnen.

Rückgang auch bei den Jugendlichen

Erfreuliche Zahlen kann Wolterhoff für den Bereich der Jugendarbeitslosigkeit vermelden:

So sank die Zahl der unter 25-Jährigen ohne Job im Vergleich zum Vorjahr um 105. Das entspricht einem Rückgang um 11,3 Prozent. Die Ursache liegt laut Wolterhoff in den besseren Ausbildungszahlen. Maßnahmen wie „Kein Abschluss ohne Anschluss“ würden Wirkung zeigen, ebenso wie die gemeinsame Kampagne mit der Industrie- und Handelskammer, den Arbeitgeberverbänden und den Kreishandwerkerschaften, freie Ausbildungsstellen früher als bislang zu melden.

Dennoch wurden im Dezember 2014 exakt 826 arbeitslose Jugendliche gezählt. Wolterhoff: „Es gibt immer noch ein krasses Missverhältnis zwischen Suchenden und offenen Ausbildungsstellen.“