180 000 Zuschauer säumten Kirmesumzug
08.08.2010 | 12:22 Uhr 2010-08-08T12:22:00+0200
Wanne-Eickel.Das ist schon fast ein neuer Rekord: 180 000 Zuschauer säumten am Samstag bei idealem Wetter die fünf Kilometer lange Strecke des Kirmesumzugs von Eickel nach Crange.
Die insgesamt 125 Gruppen und Festwagen - angeführt vom einen Vierspänner der Warsteiner Brauerei - brauchten über zwei Stunden, um von St. Jörgen-Platz aus ihr Ziel am Cranger Tor zu erreichen.
Überhaupt das Cranger Tor: Neben der Kulturhauptstadt war es - aus gegebenem Anlass - das große Thema, dass sich viele Zugteilnehmer vorgenommen hatten. Die Schaustellerfrauen vom Cranger Tor aktualisierten kurzerhand ihren Wagen und setzten ein Schild „ehemaliges“ über die Nachbildung des Kirmes-Wahrzeichens. „Oh, nein“, stöhnte Marlis Löwenthal, Betreiberin der Wildwasserbahn und Mitglied der Jury, die die besten Wagen und Fußgruppen auswählte, „und das waren meine Leute, die da reingefahren sind.“ Sie sollte im Laufe des Zuges noch manchesmal leise stöhnen, denn es folgten noch einige Anspielungen auf den folgenreichen Crash beim Kirmesaufbau. So behaupteten die „Kirmes Piraten“ keck: „Wir haben das originale Cranger Tor und bringen es nach Hause!“ Und das Schild sah tatsächlich auch ziemlich original aus.
Nicht nur der Wagen der Herner „local heroes“ setzte ein Zeichen im Jahr der Kulturhauptstadt. „Hat der Bauer das Landleben satt, zieht er in die Kulturhauptstadt“, war auf dem wie immer originellen Wagen des Turnverein Röhlinghausen zu lesen, dem „Küken“ im Bollerwagen vorweg und die aufwendig geschmückten Fahrräder der Frauen hinterher zogen. Die Evangelische Matthäusgemeinde brachte es für wohl viele kurz und knapp auf den Punkt: „Kultur ist . . . piel op no Cange.“
Wer in Wanne-Eickeler Heimatgefühlen schwelgen wollte, fand jede Menge Verbündete, ob musikalisch mit dem „Mond von Wanne-Eickel“ oder dem Ohrwurm „Einmal im Jahr“, ob mit T-Shirt-Bekundungen „100% Wanne-Eickel“, den vielen alten Stadtwappen, die zu sehen waren, den in schwarz-gelb geschmückten Wagen oder den Wanne-Eickeler Motiven. Selbst eine politische Demonstration gab es: Die Verein „Ehrengarde der Stadt Wanne-Eickel“ enthüllte vor der Ehrentribüne Plakate die unmissverständlich forderten: „Kein Ausverkauf der Herner Grünflächen! Pfoten weg vom Volksgarten Eickel!“
Mehr als zwei Stunden dauerte das Defilee der Festwagen der vielen Sportvereine, der sozialen Einrichtungen der Stadt, der Unternehmen, der Werbegemeinschaften, der Vorbeimarsch der Bergmannsvereine, der Spielmannszüge, der Schützen und der Karnevalisten. Ein fröhliches, buntes, lautes Fest.
Den Abschluss machten wie immer die Kirmeskönigin, die von Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, in einem Mercedes-Cabrio chauffiert wurde und der Samba-Wagen der Schaustellervereinigung Herne. Das heißt: Ganz den Abschluss machten sie nicht. Den machten orangefarbene Wagen und passend gekleidete Fußgruppen von der Südstraße: Stadtentsorgung Herne ging zügig daran, die Spuren zu beseitigen, die die vielen Böllerschüsse aus den Konfettikanonen, die aus Versehen zertreten Bonbons und weggeworfenes Papier auf der Hauptstraße hinterlassen hatten.
Sie taten sich nicht leicht, die drei Jury-Mitglieder, die die drei schönsten Fußgruppen und die drei schönsten Festwagen küren sollten. Wohl eine Stunde lang brüteten die Kulturhauptstadtbeauftragte der Stadt Herne, Regina Stieler-Hinz, Marlis Löwenthal, Präsidentin der Europäischen Schaustellerfrauen und WAZ-Redakteurin Gabriele Heimeier über der von ihnen getroffenen Vorauswahl. Sie trafen ihre Entscheidung aber einstimmig:
Bei den Fußgruppen ging der dritte Platz an den Baukauer Turnclub mit seinen „Aloha he“-Mädels und Jungs und den Einradfahrern; auf den zweiten Platz kam die Verkehrswacht, die als Schutzengel über die Hauptstraße schwebten. Den ersten Platz machte die Herner Turnvereinigung, die mit Knusperhäuschen und vielen liebevoll-detailreichen Märchenfiguren den Festzug verzauberten.
Der Festwagen der Eissportfreunde Wanne-Eickel Knights ließ die Zuschauer dagegen gruseln: dritter Platz für den schrägen, schwarzen Vampir-Geisterauftritt. Alle in einem Boot: der Mond, der Fritz und jede Menge Kohle – zweiter Platz für den neuen Wagen der Werbegemeinschaft Wanne-Nord und ein extra Lob für den tollen Blumenschmuck.
And the Winner is: die Reitsportgemeinschaft Herne-Börnig, die mit einem aufwendigen Mittelalterwagen, schicken Burgfräuleins, Rittern, Pferd (kein echtes) und Begleitpersonal für AufRuhr sorgte und warb.
09:26
Schon wieder so viele Menschen, als Teilnehmer
habe ich aber keinen gesehen der gezählt hat.
Allerdings die ich gesehen hatte waren Klasse, Danke dafür.
13:38
Interessant war, das die Kirmespiraten das original Cranger Tor auf dem Wagen hatten. Und wenn mich nicht alles täuscht hat der Fritz das Schiff gezogen
13:04
179.999 plus eine Dame im Pelz.
12:53
60000 x 3 ?