Zwischen Kölner Dom und Schinkelkirche

Voerde..  Was haben der Kölner Dom und die Götterswickerhammer Kirche gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, doch am Ende vereint die beiden Gebäude doch eines: Man muss sich beständig um die Aufgabe kümmern, sie zu erhalten. „Jeder, der ein Haus hat, weiß, dass es an so einem Bau immer etwas zu tun gibt, um ihn in Ordnung zu halten. Bei Kirchen ist das genauso, nur denen nimmt man das übel“, erklärte Barbara Schock-Werner während ihres Vortrags in der Schinkelkirche Götterswickerhamm. Die Architektin, Kunsthistorikerin und Hochschullehrerin war von 1999 bis 2012 die Dombaumeisterin in Köln.

Die Geschichte des Wahrzeichens der Stadt am Rhein beginnt mit der Grundsteinlegung im Jahre 1248. Der Bau wuchs zuerst schnell, besonders nach den Maßstäben der damaligen Zeit. Ab 1510 stellte man die Arbeiten nach und nach ein und ein halbfertiger Bau blieb stehen. „Die Kölner sind genügsam und haben sich einige Jahrhunderte damit begnügt“, kommentierte Barbara Schock-Werner diesen Umstand. In einer zweiten Bauphase, mehr als 600 Jahre später, wurde der Dom 1880 schließlich fertiggestellt. „Das Besondere ist, dass man immer nach den ersten Plänen gearbeitet hat“, so die ehemalige Dombaumeisterin.

Diese sind, wie die meisten Dokumente zum Dombau, in einem eigenen Archiv gelagert. Und das ist auch heute noch in Gebrauch: Denn alle Schäden an der Kathedrale müssen auf Basis der Ursprungspläne korrigiert werden. „Eine Regel am Kölner Dom ist, dass wir keine Löcher bohren. Sonst würde er schnell aussehen, wie ein Schweizer Käse“, erklärt Barbara Schock-Werner. Das erklärt die Gerüste, die von den Türmen herabhängen, anstatt in der Fassade verankert zu sein.

Die ehemalige Dombaumeisterin erklärte verschiedene Restaurierungsprojekte von Glasfenstern bis zu Figuren innerhalb und außerhalb der Kirche. Interessant, kurzweilig und mit Humor. „Wir haben auf diese Steine 3000 Jahre Garantie“, kommentierte sie etwa die Verwendung von Basaltlava für die Wasserspeier an der Fassade des Doms. Das Ende ihres Vortrages führt sie dann wieder nach Götterswickerhamm zurück: „Auch eine kleine Kirche muss ständig beobachtet, gewartet und repariert werden“, erklärte Barbara Schock-Werner und lobte die Arbeit des Fördervereins für die Schinkelkirche. Für den Einblick in die Arbeit am Kölner Dom gab es vom Publikum in der Schinkelkirche Applaus.