Zwillings-Projekte mit Partnerstädten
08.06.2008 | 17:37 Uhr 2008-06-08T17:37:55+0200RUHR 2010. Das Dinslakener Programm zur Kulturhauptadt nimmt Formen an. Künstleraustausch ist geplant.
DINSLAKEN. Langsam nimmt das Programm zu Ruhr 2010 Formen an, das Projekt zieht immer weitere Kreise. In zwei Jahren wird nicht nur erstmals eine ganze Region zur Kulturhauptstadt ausgerufen, auch die Partnerstädte der beteiligten Kommunen werden mit eingebunden. Twins, "Zwillinge", heißt das Projekt, in dem Dinslaken gleich dreimal vertreten ist.
"Mittendrin statt außen vor" überschrieb die Lebenshilfe für Behinderte ihren Projektantrag. Mittendrin im Twins-Projekt und in der Local Heroes Woche finde sich nun die Künstlervereinigung Nebelhorn, die Lebenshilfe und die Behinderteneinrichtungen Pomaret und Lamothe-Poulin in Agen. Seit 1996 arbeiten Menschen mit Behinderung, psychisch Kranke und Menschen ohne Handycaps gemeinsam in der Gruppe Nebelhorn.
Ein künstlerisches, von therapeutischen Ansätzen freies Projekt, das gerade durch das selbstverständliche Miteinander der Künstler und die Qualität der Werke nicht nur in Kunstkreisen Beachtung findet. Im nächsten Jahr werden Aktive von Nebelhorn in zwei Phasen in Dinslaken und Agen mit künstlerisch begabten Bewohnern der Lebenshilfe, Pomaret und Lamothe-Poulin arbeiten. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Local Heroes Woche im eigens dafür aufgebauten Nebelhornzelt im Burgtheater ausgestellt. Das Zelt ist sogleich Atelier, auch Schulklassen sind eingeladen, dort zu arbeiten.
Gerade die thematische Einführung auf einzelne Künstler habe die Jury vom Projekt "Blau-Bleu-Blue" überzeugt, so Thomas Pieperhoff, Ruhr 2010-Koordinator in Dinslaken.
Ausstellung zum Abschluss
Die Dinslakener Künstlerinnen Ulrike Int-Veen und Gabriele Sowa erkunden gemeinsam mit Künstlern aus Arad und Agen die Farbe des Wassers. Sie reisen an den Rand der israelischen Wüste, in die weiten, lichtüberfluteten Felder und Wiesen Südfrankreichs, in die hiesige Industrieregion.
Der Künstleraustausch findet seinen Abschluss in einer Ausstellung in Dinslaken. Ein Einzelprojekt, ein Konzept mit Nachhaltigkeit. Denn "Blau-Bleu-Blue" könnte der Auftakt einer Kultur-Partnerstädte-Triennale werden: Den bildenden Künstlern sollen nach 2010 Chöre, Musiker oder auch Sportvereine folgen.
Bottrop, Dinslaken, Duisburg, Essen, Mülheim und Oberhausen setzten mit ihren Partnerstädten auf europäische Jugendliche von 16 bis 26 Jahren. Sie laden zum "Varieté de la Vie" mit Musik, Tanz, Theater, Zirkus, Literatur und Kunst. Die zentrale Abschlusspräsentation findet als Jugendfestival am 31. Juli 2010 im Mülheimer Ringlokschuppen statt, in den Ferien werden Workshops in den beteiligten Ruhrstädten durchgeführt.
Bausteine. In Dinslaken werden Jugendliche ein Modern-Dance-Projekt einstudieren können, der Workshop findet in den Räumlichkeiten der Heidebrink-Schule vom 23. Juli bis 2. August ab. Ebenfalls sei ein Workshop für Straßenmusiker geplant, so Thomas Pieperhoff. Damit könnten Musiker und Bands aus ganz Europa den Din-Tagen neue Impulse verleihen. Und auch das hat es bislang nicht so gegeben: Das Stadtfest soll auch Jugendbands aus Agen und Arad zum Forum werden.
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