Zwei mögliche Standorte für Flüchtlinge

Hünxe..  Zwei Standorte sind bei der Suche der Verwaltung nach einem geeigneten Grundstück für eine Flüchtlingsunterkunft in Drevenack übrig geblieben: Das bekannte und zum Teil umstrittene Grundstück am Hunsdorfer Weg, außerdem der Wanderparkplatz an der Kirchstraße/Ecke Römerweg. Heute soll der Ausschuss für Planung und Umwelt die nötigen Änderungen im Bebauungsplan für beide Grundstücke beschließen, um die Voraussetzungen für eine Entscheidung zu schaffen. Die Weichen für eine Auswahl wird erst der Hauptausschuss am 2. Juni stellen.

Dann wird es darum gehen, die Möglichkeiten zu bewerten: Wie teuer würde der Bau an dieser oder jener Stelle werden, welche Vor- und Nachteile haben die Standorte. „Wir haben wie angekündigt verschiedene Grundstücke in Drevenack untersucht“, erläutert Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth auf NRZ-Anfrage. Wegen verschiedener Hindernisse und Nachteile seien lediglich diese beiden übrig geblieben.

Zwar wird die Verwaltung dem Hauptausschuss auch die anderen Varianten und was gegen sie spricht am 2. Juni vorstellen. Weil Grundstücksangelegenheiten aber in der Regel dem Datenschutz unterliegen, wird das voraussichtlich im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses geschehen.

Wie die Flüchtlingsunterkünfte aussehen könnten, zeigen die bereits im Ratsinformationssystem der Gemeinde veröffentlichen Vorlagen zum heutigen Planungs- und Umweltausschuss.

Beide in die engere Auswahl gefallenen Grundstücke gehören nicht der Gemeinde Hünxe, doch man rechnet sich gute Chancen darauf aus. An der Kirchstraße handelt es sich um eine im noch gültigen Bebauungsplan als öffentliche Verkehrsfläche mit dem Zusatz Parkplatz festgesetzte Fläche. Eine Befreiung davon ist nach Einschätzung der Verwaltung möglich, weil die Wohnnutzung für Flüchtlinge für maximal zehn Jahre angelegt werden solle und der akute Bedarf existiert. Zudem sei die Größenordnung der Flüchtlingsunterkunft als gering einzustufen und die Unterbringung diene dem Wohl der Allgemeinheit.

Am Hunsdorfer Weg haben die Planer einen gesetzlichen Vorteil: Befristet bis zum 31. Dezember 2019 hat der Bundesgesetzgeber das Baurecht derart geändert, dass in Gewerbegebieten für Aufnahmeeinrichtungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans befreit werden kann, wenn an dem Standort Anlagen für soziale Zwecke als Ausnahme zugelassen werden können oder allgemein zulässig sind.

Auch die Belange der Nachbarn sind zu berücksichtigen. Die Anlieger des Hunsdorfer Weges wollen sich heute Abend treffen: 19 Uhr in der Gaststätte Zum Trotzenberg, um ihre Bedenken gegen den Standort zu diskutieren.