Zuviel Müll auf den Radwegen

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Voerde..  Die Männer und Frauen des ADFC-Ortsverbandes Voerde sind fahrradverrückt – und das im besten Sinne. Während die ersten Hobbyradler mit dem langsam einkehrenden Frühling zaghafte Versuche unternehmen, sich auf eine kleine Tour zu begeben, ticken die ADFC-Mitglieder aus Voerde da etwas anders. Für sie spielen Wind und Wetter keine Rolle. „Bis minus 5 Grad – das können wir schon vertragen“, grenzt Jürgen Wagner die Fahrradverrücktheit aber dann ein klein wenig ein.

Schäden werden dokumentiert

Wagner ist so etwas wie der „Obertourenleiter“ der rund 75 aktive Mitglieder zählenden Ortsgruppe. Für jede Woche arbeitet er eine Route aus. Donnerstags um 10 Uhr geht es dann auf Tour. Zwischen 60 und 100 Kilometer, je nach Witterung, geht es dann „Richtung Osten, Westen, Süden oder Norden“, scherzt der Tourenleiter. Damit dem Radlerglück dort nichts im Wege steht, ist den Mitgliedern des Clubs vor allem eines wichtig: „Worauf wir viel Wert legen sind ordentliche Radwege“, bringt es Ortsgruppensprecher Peter Diederichs auf den Punkt. „Die Radwege werden häufig nicht gepflegt und gehen kaputt. Ein großes Problem sind das Glas und die Vermüllung auf den Radwegen“, fährt er fort. Deshalb genießen die Radler auf ihren Ausfahrten nicht nur die schöne Umgebung, sondern sie dokumentieren auch baulich beschädigte oder besonders verschmutzte Abschnitte. Danach wenden sie sich dann häufig an die Kommunen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und eine Lösung zu finden.

Auch vor ihrer Haustür in Voerde stoßen die ADFC-Mitglieder manchmal auf solche Zweiradhindernisse – so etwa auf einem Abschnitt an der Frankfurter Straße: Dort ist ein Teil des Radweges aufgeplatzt und kann vor allem im Dunkeln zu einer Gefahr werden: „Da fliegt man aus dem Sattel, wenn man Gegenverkehr hat“, kommentiert Diederichs die Stelle.

Als besonders störend empfinden viele der Radler auch irreleitende Verkehrsschilder. In Voerde sind den ADFC-Mitgliedern zudem die Überbleibsel eines Kreisverkehrs gegenüber der Feuerwehr ein Dorn im Auge. Daher halten sie engen Kontakt zur Stadtverwaltung. Ernst Brill, 2. Betriebsleiter des Kommunalbetriebes, weiß „wo der Schuh drückt“. Bei den meisten Mängeln, die der ADFC dokumentiert hat, sieht er kein großes Problem: „Das lässt sich mit einfachen Mitteln beheben.“ An manchen Stellen, wie etwa an der Frankfurter Straße, sind jedoch auch ihm die Hände gebunden, da dort die Zuständigkeit beim Landesbetrieb Straßen.NRW liegt. Doch Brill verspricht einen Kontakt herzustellen. „Die Stadt befasst sich damit und das ist anerkennungswürdig. Ich erfahre von der Stadt ein großes Entgegenkommen“, freut sich Diederichs.