Zukunft der Sparkasse offen

Die Hauptstelle der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe an der Friedrich Ebert Straße.
Die Hauptstelle der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe an der Friedrich Ebert Straße.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Unterstützung durch die Kommunen Dinslaken, Voerde, Hünxe und den Kreis Wesel scheint sicher.

Dinslaken/Voerde/Hünxe..  Die Bürgermeister von Dinslaken, Voerde und Hünxe wollen - wenn die Rahmenbedingungen stimmen - ihre Sparkasse retten und eigenständig halten. Ob sie dazu aber in der Lage sein werden, mussten sie gestern in einem gemeinsamen Pressegespräch offen lassen.

Die Grundvoraussetzung ist für Michael Heidinger (Dinslaken, 60 % Sparkassen-Anteile), Dirk Haarmann (Voerde, 30 %) und Hermann Hansen (Hünxe, 10 %) klar: Nur wenn man zu der Erkenntnis kommt, dass der Konsolidierungskurs der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe die Risiken klar einschätzbar macht und perspektivisch eine solide Geschäftsbasis darstellt, will man sich für das Kreditinstitut stark machen. Das sei man als Gewährsträger der Sparkasse schuldig, die über viele Jahre hinweg ein verlässlicher Partner für die Region gewesen sei, betonten die Bürgermeister.

Aufgrund der finanziellen Situation hält man es allerdings für ausgeschlossen, dass die drei Trägerkommunen die von der Sparkasse benötigten 35 Millionen Euro alleine stemmen können. Es könne höchstens darum gehen, eine Lösung unter Beteiligung des Kreises Wesel anzustreben, der einen vierten Trägeranteil an der Sparkasse übernehmen könnte. Wie groß dieser ausfallen müsste, hängt vom möglichen Engagement der drei Kommunen ab. Die Messlatte legt die ärmste Kommune Voerde, die eh noch Millionenlöcher im Haushaltskonsolidierungskonzept zu stopfen hat. Will man Mittel für die Sparkasse frei machen, müsste der Spargürtel noch einmal enger geschnallt werden. „Wir müssen das Ergebnis unserer Haushaltsberatungen abwarten. Es könnte sein, dass wir gar keinen Beitrag leisten können“, so Dirk Haarmann.

Gelangt man am Ende zu der Erkenntnis, dass die Eigenständigkeit der Sparkasse durch Kreis und Kommunen finanziell nicht zu erhalten ist, bliebe die Suche nach einem Partner, zunächst im Kreis Wesel, dann auch außerhalb - zum Beispiel in Duisburg.

Aufgrund eines über Jahre hinweg expansiven, wohl auch zu risikohaften Vorgehens im Kreditgeschäft ist das Eigenkapital der Sparkasse geschwunden (Wertberichtigungen). Um neue Kredite vergeben zu können, benötigt die Sparkasse Eigenkapital, laut Vorstand mindestens 35 Millionen Euro.

„Es gibt keine Liquiditätsprobleme und es droht keine Überschuldung“, machte Bürgermeister Haarmann deutlich.