Ziemlich fahrradfreundlich

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Dinslaken ist ein Schrittchen weiter auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt.

Dinslaken..  Dinslaken ist ein Schrittchen weiter auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt. Beim jährlichen Fahrradklima-Index des ADFC erreichte die Stadt die Durchschnittsnote 3,5 und landete auf Platz 21 von 100 ähnlich großen Städten. Im Landesvergleich der Städte zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern landete Dinslaken sogar auf Platz 12.

„Zufrieden“ sei man bei der Stadtverwaltung mit diesem Ergebnis, so Stadtsprecher Horst Dickhäuser – „wenngleich das nicht bedeutet, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Wir müssen weitermachen.“ Ziel ist, in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte in Nordrhein-Westfalen aufgenommen zu werden.

Die Ergebnisse basieren auf einer jährlichen Umfrage des ADFC unter Radfahrern. Ob das Radfahren in ihrer Stadt Spaß macht und ob Radfahrer als Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden wird ebenso abgefragt wie der Zustand der Radwege und der Ausbau des Radwegenetzes.

243 Radfahrer aus Dinslaken haben sich an der Umfrage im vergangenen Herbst beteiligt. Vor allem die Erreichbarkeit des Stadtzentrums bewerteten viele positiv: Hier erreichte Dinslaken die Durchschnittsnote von 2,2. Auch könne man, so urteilten viele der Befragten, in Dinslaken Ziele zügig und direkt mit dem Fahrrad erreichen, ohne große Umwege fahren zu müssen (Note 2,5). Ebenfalls noch im guten Bereich landeten die Bewertungen für Wegweiser für Radfahrer. Radfahren in Dinslaken, fanden die meisten, mache eher Spaß als Stress.

Bei den Bewertungen des Winterdienstes auf Radwegen erreichte Dinslaken die Note 3,4 - lag damit aber immer noch weit über dem Durchschnitt vergleichbar großer Städte (4,1). Auch die Abstellanlagen (3,1) wurden erheblich besser bewertet als anderswo (3,7).

Allerdings gab es auch Kritikpunkte: Die Führung an Baustellen bemängeln viele der Befragten – und vergaben durchschnittlich die Note 4,4. Auch seien die Ampelschaltungen in der Stadt nicht optimal auf Radfahrer abgestimmt (4,2), die Oberfläche und Breite der Radwege (4,1) sowie die Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr verbesserungswürdig (4,1). Zudem müsse die Stadt mehr Knöllchen verteilen – an Falschparker auf Radwegen.

In den vergangenen Jahren, betont Horst Dickhäuser, sei in Dinslaken für Radfahrer viel getan worden: Abstellanlagen und Fahrradgaragen seien installiert, Radwege auf Fahrbahnen eingerichtet und Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet worden. Die Aufnahmekriterien für die Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW“ erfülle die Stadt aber noch nicht.

Zum Vergleich: Wesel, das dort bereits Mitglied ist, erreichte beim bundesweiten ADFC-Ranking vergleichbar großer Städte den dritten Platz (2,84).