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„Zeichen für das Museum setzen“

10.02.2012 | 18:20 Uhr
„Zeichen für das Museum setzen“
Martina Fischer, Vorsitzende des Kulturkreises Dinslaken

Dinslaken.   Kulturkreis Dinslaken reagiert auf Dr. Thomas Palotz. Bürger sollen Relevanzfrage mit Besuch beantworten.

Prompt reagierte am Freitag der Kulturkreis Dinslaken auf den Beigeordneten Dr. Thomas Palotz, der erklärt hatte, das Museum Voswinckelshof in seiner jetzigen Form für entbehrlich zu halten (wir berichteten ). Hauptargument waren für Palotz die bescheidenen Besucherzahlen des Museums.

Für den Kulturkreis entstehe der Eindruck, dass für den einen oder anderen Kultur und Bildung offensichtlich einen sehr geringen Stellenwert haben. „Nimmt man die von Dr. Palotz hochgelobte personalreduzierte Selbstbedienungsbibliothek hinzu, so entsteht das Bild einer entmenschlichten, automatisierten Verwaltungsstadt, in der folgerichtig das Bürgerbüro durch ein Callcenter ersetzt werden sollte“, so Kulturkreis-Vorsitzende Martina Fischer.

Dass das Museum entbehrlich sei, wolle Fischer eher als offene Frage an die Bürger verstanden wissen. Der Kulturkreis erarbeitet gerade eine Ausstellung für das Museum, in der ab Mitte April junge Künstler aus Köln, Krefeld und Wien ihre spannenden und interessanten Arbeiten präsentieren werden. „In einer solchen Ausstellung stecken nicht nur viele Stunden Arbeit, die wir Kulturkreismitglieder ehrenamtlich leisten, sondern auch Geld, das wir und die Künstler investieren, um das Dinslakener Kulturangebot zu bereichern. Mit dem Museum als Rahmen ist auch unsere ehrenamtliche Kulturförderung nach dem Maßgaben von Herrn Dr. Palotz entbehrlich“, so Fischer.

Es sei die Frage, ob sich die Sinnhaftigkeit eines Museums als Ausdruck von Stadtkultur aus Besucherzahlen ermitteln lässt, oder ob diese nicht lediglich auf ein zu überarbeitendes Angebot hinweisen. Laut Fischer sollte ein Museumskonzept erarbeitet werden, „welches sich noch stärker an den Bedürfnissen und Interessen der Bürger orientiert“. Genau dies sieht das Konzept des Stadthistorischen Zentrums (Archiv und Museum am Voswinckelshof) vor.

Interessante Angebote

Die Aus des Museums nähme der Stadt Dinslaken in ihrem Kern ein kultur- und stadthistorisch bedeutsames Element und unwiederbringlich die Möglichkeit, kunst- und kulturfördernde Veranstaltungen in einem niveauvoll-repräsentativen Ambiente ausrichten zu können. In den kommenden Wochen und Monaten wird das Museum Voswinckelshof mit den „Farbklängen“ der Künstlergruppe um Martina Reimann, der Kulturkreisausstellung „Zeichen setzen“ sowie der traditionellen Osterausstellung drei interessante Angebote machen, die von den Dinslakener Bürgern vielleicht auch als Chance wahrgenommen werden sollten, der Dinslakener Stadtverwaltung zu zeigen, dass sie „ihr“ Museum gern behalten möchten, so der Kulturkreis.

Ralf Kubbernuß

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