Zehn Jahre Engagement für das Freibad Voerde

Günther Jacobi (r.) und Horst Warzanski im Gespräch mit Schwimmern.
Günther Jacobi (r.) und Horst Warzanski im Gespräch mit Schwimmern.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Förderverein gründete sich 2005 mit dem Ziel, die idyllisch gelegene Anlage attraktiver zu machen

Voerde..  Es ist kühl an diesem Morgen. Um die 15 Grad zeigt das Thermometer an. Die Frühschwimmer beeindruckt das nur wenig, hartgesotten ziehen sie ihre Bahnen, während sich eine Gruppe von Kindern der Regenbogenschule Möllen mit ihren Lehrern im Freibad einfindet. Dass es die idyllische Anlage in dieser Form gibt, ist zu einem großen Teil dem Förderverein zu verdanken, der sich vor zehn Jahren formierte, um die Einrichtung zu erhalten. Das Freibad stand massiv auf der Kippe, damals wurden Alternativlösungen wie ein interkommunales Bad an den Tenderingsseen durch einen Zusammenschluss mit Dinslaken und Hünxe diskutiert.

Viele Projekte umgesetzt

Ende 2004 übergaben Unterstützer des Freibades dem damaligen Bürgermeister Leonhard Spitzer 2237 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung – darunter waren mit Frank Retaiski als Initiator der Aktion sowie Prof. Dr. Günther Jacobi und Holger Frütel drei der späteren Gründungsmitglieder, die vier Monate danach den Förderverein Freibad Voerde aus der Taufe hoben. Von politischer Seite leistete damals die Wählergemeinschaft Voerde (WGV) bei der Unterschriftenaktion Unterstützung.

Mit 34 Mitgliedern ging der Förderverein, zu dessen Gründern zudem Ralf Dickmann, Ingo Retaiski, Monika Werthmann, Holger Rissel und Günter Brüggemann gehörten, an den Start, erinnert sich der erste Vorsitzende Günther Jacobi. Im ersten Jahr wuchs die Zahl auf knapp 200. Inzwischen sind es 372, „Tendenz steigend“, betont Jacobi. Mit dem Ziel, die Attraktivität des Freibades zu steigern und es mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, trat der Förderverein an und hat seither vielfältige Projekte in einer Investitionshöhe von 120 000 Euro insgesamt umgesetzt. Die jüngste Maßnahme ist das neue Geländer am Drei-Meter-Sprungturm.

Möglich machten all dies neben Großsponsoren die Mitglieder über ihre Beiträge und zusätzliche individuelle Spenden und die Teilnahme des Fördervereins an diversen Aktionen wie Wettbewerben. Zugleich habe man versucht, sich auf „behutsame und konstruktive“ Weise Gehör bei der Stadt zu verschaffen, erklärt Jacobi. Da galt es am Anfang, „dicke Bretter“ zu bohren.

Noch gut kann er sich an die Reaktionen erinnern, als der Verkauf des Freibadgeländes und dessen Vermarktung vor mehr als zehn Jahren zur Debatte stand. Die Fläche sollte für „teure Villengrundstücke“ parzelliert werden, berichtet er. Damals sei ein Raunen durch Teile der Bevölkerung gegangen. Einige Jahre später sollte sich der Förderverein erneut mit der Thematik konfrontiert sehen: 2011 griff ein Gutachter die Idee des Flächenverkaufs in dem von der Stadt beauftragten Bäderkonzept auf. Die Betrachtung sei rein ökonomisch gewesen, andere Fakten wie etwa die Bedeutung des Freibades aus städtebaulicher Sicht seien nicht mit eingeflossen, bilanziert Jacobi. Die Zukunft des Freibades sei immer, in unterschiedlicher Ausprägung, in den zehn Jahren seit der Gründung des Fördervereins ein Thema gewesen. In diesem Jahr wurde es aus seiner Sicht aufgrund der prekären Haushaltslage der Stadt erneut sehr eng. „Es stand Spitz auf Knopf“, resümiert Jacobi. Und Horst Warzanski, der sich im Förderverein unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, sieht angesichts der noch offenen Genehmigung des Haushaltssicherungskonzepts durch den Kreis weiter das „Damoklesschwert über dem Freibad“ schweben.

Trotz der nicht einfachen Situation bleibt der Förderverein zuversichtlich – auch beflügelt von der Wertschätzung, die der Vorsitzende Jacobi in der Bevölkerung und bei den Entscheidungsträgern in Voerde wahrnimmt. „Unser Bestreben ist es, den Standort an der Allee zu erhalten – und wenn es nicht nur für ein Freibad ist.“