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Entspannung

Yoga und die Vereinigung mit dem wahren Selbst

18.02.2011 | 14:34 Uhr
Yoga und die Vereinigung mit dem wahren Selbst
Yogakurs mit Susanne Nasfi . Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool

Dinslaken. In die Stille gehen, bewusst den eigenen Weg suchen. Susanne Nasfi schwört auf die heilsame Wirkung. Die Sport- und Yogalehrerin unterrichtet in Dinslaken Rishikesh-Yoga. Yoga sei ein idealer Einstieg für Menschen, die sich nie wirklich sportlich betätigt haben.

Es herrscht Stille im abgedunkelten Raum. Die sieben Frauen des Rishikesh-Yoga-Kurses liegen entspannt auf ihren Matten. Auch ich. Obwohl bei mir von Entspannung nicht gerade die Rede sein kann. Den Boden fühlen, mit ihm verwachsen – die Anweisung von Yoga-Lehrerin Susanne Nasfi spüre ich nur zu „hart“ in bestimmten Körperregionen.

Yoga – das ist Einheit, Harmonie, die Vereinigung mit dem wahren Selbst und der Harmonisierung des Lebens. Ich fühle mich zurückversetzt ins New Age Zeitalter der 70er und 80er Jahre. Damals waren fernöstliche Rituale der absolute Hit, hatten etwas Abgefahrenes, Geheimnisvolles an sich. Heute sehe ich Frauen „gesetzteren“ Alters um mich herum. Na ja, in meinem Alter also. Frauen, die ich bereits nach wenigen Minuten bewundere ob ihrer völlig entspannten Haltung, dem geschmeidigen Abrollen und Aufstehen.

Atemübungen sind wie eine Reinigung

Da ist Marianne, 61 Jahre alt. Seit drei Jahren macht sie regelmäßig Yoga, fühlt sich einfach fitter. Sportlich betätigt sie jedoch schon seit 10 Jahren. „Damals hatte ich Schwierigkeiten mit dem Laufen, da wurde es Zeit, etwas zu unternehmen.“ Auch die 55-jährige Doris macht aus gesundheitlichen Gründen mit. „Ich habe meine Knochen oft sehr schmerzhaft gespürt, Yoga hilft mir, mich besser zu fühlen.“

Einatmen, beide Beine heben, Hüften heben, mit den Händen abstützen, Waden entspannt, Gesicht entspannt – na, das kenne ich doch noch aus meiner Kindheit, vom Schulsport. Schon damals fiel mir der Schulterstand nicht leicht. Allerdings hat mir früher niemand erklärt, dass der venöse Rückfluss gefördert wird und auch die Schilddrüse in Schwung kommt. „Savangasana“ nennt sich die Übung in der Yoga-Sprache.

Beim „Bogen“ liegen die Frauen in der Bauchlage, die Knie angezogen, Hände an die Füße. „Bei einer tiefen Bauchatmung könnt ihr wunderbar schaukeln“, macht Susanne die Übung leichter Hand vor. Ein tiefes Stöhnen ist die Antwort. Dann brummige Laute: „Ich liege wie ein Stein, von wegen schaukeln.“ Susanne tröstet ihre Schülerinnen: „Kein Problem, ich bin ja schon froh, dass ihr alle mit den Händen an Eure Füße kommt.“

Ganzheitliche Wirkung

Na toll, wird’s noch schwieriger? „Yoga ist ein idealer Einstieg für Menschen, die sich nie wirklich sportlich betätigt haben“, erklärt Susanne Nasfi. Als Sportlehrerin muss sie es wissen, fünf Jahren macht sie selber Yoga, seit September lehrt sie es. „Yoga wirkt ganzheitlich, auf der einen Seite sind es durchaus sportliche Übungen, auf der anderen wirkt Yoga durch seine Ruhe. Die Atemübungen sind wie eine Reinigung. Körper, Geist und Seele werden beim Yoga in eine Einheit gebracht.“

Yoga-Schule
Rishikesh

Die Rishikesh-Reihe beinhaltet 12 Asanas (Yoga-Stellungen), die nacheinander in einer bestimmten Reihenfolge geübt werden. Man kann allerdings andere Formen einfließen lassen, so Nasfi. Die Asanas werden durchgeübt, verfestigt und immer länger gehalten. Bis an die eigenen Grenzen zu gehen, aber niemals darüber. Wichtig sei der geistig spirituelle Weg mit dem Ziel eines Trance ähnlichen Zustandes. Susanne Nasfi hat ihre Schule in Dinslaken, Bahnhofsplatz 5,  02064/72266 oder  0177/5612821.

Natürlich sei Yoga auch anstrengend, vor allem für Anfänger, doch Yoga beinhalte mehr als nur langes Halten bestimmter Positionen in den „Asanas“, den Körper-Übungen, zu denen auch das „Pranayama“, die Atemübungen, zählen. Durch zusätzliche Meditation, die Versenkung des Geistes in der Stille erreichen Geist und Körper innere Ruhe und Gelassenheit.

„Vor allem war ich zu hektisch“

Helga (57) bestätigt die heilsame Wirkung ihrer Yogaübungen. „Ich hatte Rückenprobleme. Aber vor allem war ich zu hektisch und nervös. Schmerzen habe ich zwar immer noch, aber ich merke, dass ich viel ruhiger werde. Es ist nicht einfach, sich fallenzulassen, an nichts zu denken, doch langsam beginnen die Übungen zu greifen.“ Die 46-jährige Claudia hat ähnliche Probleme. Nach einem Burnout und Reha-Aufenthalt entdeckte sie vor einem Jahr das Yoga für sich. „Nach einem stressigen Arbeitstag brauche ich meine Yogaübungen, um wieder ins seelische Gleichgewicht zu kommen.“

Und genau darum geht es beim Yoga: Seele und Körper in Gleichgewicht zu bringen, bewusst in die Stille gehen und seinen eigenen Weg finden, sich bewusst machen, was einem selbst wichtig ist. Geheimnisvoll scheint es dennoch, denn beim abschließenden dreimaligen „Ommmmm“ flackerten plötzlich die abgedunkelten Lichter leicht auf.

Birgit Gargitter

Kommentare
19.06.2011
12:40
Yoga und die Vereinigung mit dem wahren Selbst
von eksom | #1

Für übergewichtige und behinderte/gelähmte Menschen gibt es YOKA.
Man kann es auch im Wasser amchen.
Infos: http://yogikazim.com/

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2011-02-18 14:34
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