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Wildschwein stand plötzlich im Wohnzimmer einer Dinslakener Familie

16.01.2012 | 12:45 Uhr

Dinslaken.   Schreck am Sonntag: Ein Wildschwein sprang durch eine geschlossene Terrassentür ins Wohnzimmer einer Familie im Dinslakener Stadtteil Hiesfeld. Das Wildschwein verletzte sich nur leicht und floh in den Wald.

"Schwein gehabt“, hieß es für Familie Becker aus Dinslaken-Hiesfeld am Wochenende in doppelter Hinsicht. Denn zum einen raste ihnen am Sonntag ein Wildschwein durch die geschlossene Terrassentür ins Wohnzimmer. Zum anderen kam dabei glücklicherweise niemand ernsthaft zu Schaden.

Als Familienvater Jan-Erik Becker (45) nach dem späten Sonntagsfrühstück in seinen Garten an der Straße „Hohe Wiese“ schaut, traut er seinen Augen kaum: Ein Wildschwein grunzt da über das in einer Wohnsiedlung am Ortsrand gelegene Grundstück. Becker holt seinen Fotoapparat, „weil man so etwas ja nicht alles Tage sieht“, ruft seine Frau.

Ein lauter Knall

Um das Tier zu fotografieren, stellt er sich hinter die Glastür. „Plötzlich nimmt das Wildschwein Anlauf, rennt auf mich zu, direkt durch die Schreibe“, berichtet Becker. Ein lauter Knall, die Scherben fliegen durch die Luft. Dann steht das Wildschwein im wahrsten Sinne des Wortes in der Tür: „Zwei Drittel des Tieres waren im Wohnzimmer, das letzte Drittel noch auf der Terrasse. Frau Becker flieht aus dem Raum, verstaucht sich dabei den Fuß, der zehnjährige Sohn bekommt Panik. Wen wundert’s?

Diese Terrassentür der Familie Becker aus Dinslaken ist bei einem Widschwein-Angriff zu Bruch gegangen.

Irgendwie kann sich das Wildschwein rückwärts aus der Tür befreien, zieht sich in den Garten zurück. Da es einen erneuten Anlauf in Richtung Wohnzimmer zu nehmen scheint, lässt Becker schnell die Rolladen herunter. Jetzt ist sich das Schwein sicher, stöbert weiter durch den Garten. Als die herbeigerufene Polizei und der sogenannte Nachsuchenführer mit Hund, der in solchen Fällen für die Verfolgung zuständig ist, eintreffen, hat sich das Wildschwein in Richtung Bergerstraße davon gemacht.

Der Hund nimmt die Witterung auf, Blutspuren zeigen, dass die Bache verletzt ist. Die Verfolgung beginnt am Grundstück der Beckers und endet nach rund acht Kilometern in Dinslaken-Lohberg. Dort haben sich die Verfolger davon überzeugt, dass das Wildschwein nur leicht verletzt ist und deshalb guten Gewissens in den Wald, in den es sich aufmacht, entlassen werden kann.

Wohl ein Frischling aus dem vergangenen Jahr

„Zu fast 99 Prozent“ geht Oberförster Michael Herbrecht davon aus, dass es sich bei dem Wildschein um einen Frischling aus dem vergangenen Jahr handelt. Da die Bachen aktuell (frühzeitig) neue Frischlinge geworfen haben, werden die Einjährigen verbissen (vertrieben). Diese irren dann häufig ziel- und orientierungslos umher, bis sie ein neues Revier gefunden haben.

Im Hiesfelder Fall ist sich Herbrecht annähernd sicher, dass das Tier nicht Herrn Becker angreifen wollte, sondern in den Büschen, die sich in der Terrassentür spiegeln, Schutz suchte. Dass sich das Tier beim Sprung durch die Scheibe nicht ernsthaft verletzt hat, erklärt Herbrecht damit, dass „diese Tiere ein im wahrsten Sinne des Wortes dickes Fell und in dieser Jahreszeit die entsprechende Schwate haben“.

Ralf Kubbernuss

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Kommentare
17.01.2012
08:00
Wildschwein stand plötzlich im Wohnzimmer einer Dinslakener Familie
von verlande | #2

Ach Gott! Der arme Kleine ... Erst wird man vertrieben, dann von einem "Spanner" beäugt, dann wird einem nicht mal die Tür aufgemacht und beim Rückzug "schneidet man sich ins eigene Fleisch ... ... Son armes Schwein. ;-)

16.01.2012
13:27
Wildschwein stand plötzlich im Wohnzimmer einer Dinslakener Familie
von frankmal | #1

... wenn das Wildschwein zu 2/3 in der Tür steckt und dann den Rückwärtsgang einlegt - wie kann es dann ´ein verwüstetes Wohnzimmer´ hinterlassen ? o.k. Schaden hat es angerichtet und den Bewohnern einen Schrecken eingejagt - aber die Video-Beschreibung ist dann doch etwas ´übertrieben´

1 Antwort
Wildschwein stand plötzlich im Wohnzimmer einer Dinslakener Familie
von georgx | #1-1

Nicht zu vergessen: Entweder war es eine Bache oder ein Keiler, nicht beides.
Da gibt es einen Unterschied.

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