Wiener Mandolinen

Dinslaken..  Ein eigenes Neujahrskonzert mit Stücken des Wiener Komponisten Johann Strauss haben Dirigent Michael Jakob und das Mandolinenorchester „Harmonie“ 1931 Dinslaken-Barmingholten noch nicht im Repertoire. Einen Vorgeschmack, wie so etwas aussehen könnte, gab es aber am späten Samstagnachmittag in der Kathrin-Türks-Halle, als die Musiker „Vielsaitig… auf dem Weg nach Wien“ unterwegs waren – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn für seine musikalische Reise hatte sich das Orchester die Unterstützung des Zithersolisten Johannes Schubert geholt.

Los ging es in Italien, im Theater di Sartori. Das findet man, wenn man „am Gardasee links abbiegt“, wie Moderator Dieter Moritz augenzwinkernd erklärte. In dem Theater hat das Mandolinenorchester sein „Pot-Pourri Popolare“ sogar schon vor Ort gespielt. Auch in der Kathrin-Türks-Halle sorgte die mediterrane Musik für Begeisterung beim Publikum. Ein Auftakt nach Maß.

Das galt auch für Johannes Schubert, der mit „Asturias“ gleich eines der anspruchsvollsten und schwersten Stücke auf seiner Zither zu Gehör brachte – und die Zuhörer damit gefangen nahm. Mit drängenden Läufen und vereinzelt von den Saiten tropfenden Tönen hält Schubert das gesamte Stück über den musikalischen Spannungsbogen aufrecht. Sein unaufgeregtes, aber intensives und virtuoses Spiel beeindruckte. Doch Schubert ist ebenso vielseitig wie sein Instrument: Die verträumte „Litanei“ seines Namensvetters Franz Schubert findet Moderator Dieter Moritz einfach nur „zum Heulen schön“. Ein Prädikat, das auch auf „Love of my Life“ von Freddy Mercury zutrifft. In der sanften Interpretation mit der Zither klingt Queen einmal ganz anders. Das gilt auch für den folgenden Tango, der stammt nämlich aus der Feder des Dänen Jacob Gade und zeigt, dass auch die Skandinavier heiße Rhythmen schreiben können.

Das Mandolinenorchester führte die musikalische Reise mit den abwechslungsreichen „Ungarischen Skizzen“ und „Griechischen Impressionen“ fort. Wie facettenreich die Mandoline ist, wurde auch im zweiten Teil, der ganz im Zeichen Wiens stand, deutlich: Die „Pizzicato-Polka“ von Johann Strauß wird nicht gespielt, sondern durchgängig gezupft. Dass auch die Zither sehr vielseitig ist, bewies Johannes Schubert mit „Die singende Zither“ – dem Paradestück für sein Instrument.

Auch gemeinsam überzeugten Orchester und Solist. Sie erzählten Strauss‘ „Geschichten aus dem Wienerwald“ und die Zuhörer waren so begeistert, dass sie die Musiker nicht ohne zwei Zugaben von der Bühne ließen. Mitklatschen beim „Radetzky-Marsch“: so endete das vielseitig „vielsaitige“ Konzert.