Wie Leute von A nach B kommen

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Dinslaken..  Mit Bewegung hatte sich Roland Welger schon immer beschäftigt. In seinem Studium und seit er 1993 als Verkehrsplaner bei der Stadt Dinslaken angefangen hatte. Geografie studierte er, im Hauptstudium legte er seinen Schwerpunkt auf das Verkehrswesen, darüber handelte auch seine Diplomarbeit. An seinem Schreibtisch im Technischen Rathaus geht es tagtäglich um die Frage, wie kommen die Leute von A nach B, welche Angebote sind vorhanden und was kann noch verbessert werden.

Nun hat Welger eine Fortbildung absolviert, die dabei behilflich ist: Von September 2014 bis Februar 2015 nahm er am Lehrgang „Kommunales Mobilitätsmanagement“ teil, den das NRW-Verkehrsministerium gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg anbot. Am Ende erhielt Welger von Minister Mike Groschek eine Urkunde überreicht und trägt nun den Titel „Mobilitätsmanager“.

Es geht um Mobilität, egal, ob man mit dem Auto, mit dem Linienbus, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist. Es geht darum, das Vorhandene zu überprüfen und neue Angebote zu machen. Welger beschäftigt sich mit der Frage, wie die verkehrliche und demografische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte gemeistert werden kann. Als er 1993 in Dinslaken anfing, sei die Stadt sehr autogerecht gewesen. Das habe sich geändert. Bis heute habe ein Umbruch stattgefunden. Diesen hat er schon in seiner Position als Verkehrsplaner begleitet.

Als er auf den Lehrgang aufmerksam wurde, hatte er sich von selbst aus darum gekümmert, teilnehmen zu können. Er selbst sieht sich weniger als ein Manager, der alles vorgibt und macht. „Ich verstehe mich als Netzwerker, der sich seine Mitspieler sucht“, so Welger. Das können die Kollegen vom Tiefbauamt sein, die Tourismusexperten, aber auch Vertreter der Verkehrsbetriebe und natürlich auch die Bürger. „Mein Ziel ist es, dass geschaut wird, was man gemeinsam machen kann, dezernatsübergreifend“, sagt Welger. Er wolle Prozesse innerhalb der Verwaltung anstoßen.

Als ein Beispiel der Zusammenarbeit nennt er die Aktion Stadtradeln, die aus dem Bereich des Klimaschutzbeauftragten kommt.

Ein Baustein, an dem die Stadt schon mehrere Jahre arbeitet, ist die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Stadt. Das Verfahren wird nun vorangetrieben. Die Aufnahme ist ein Projekt, an dem Roland Welger arbeitet. Ein anderes ist das Fuß- und Radwege-Konzept. „Das letzte ist vor 20 Jahren erstellt worden“, sagt Welger. Nun geht es darum, Fördergelder zu bekommen. Andere Sachen sind schon umgesetzt, so kümmere sich die Stadt seit drei Jahren um barrierefreie Zugänge zum ÖPNV, vor einem Jahr wurde mit dem Car-Sharing angefangen. Es gibt also viel zu tun für den Mobilitätsmanager. Für ihn ist eine intensivere Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben wichtig.