Werbung darf Fassaden nicht verdecken

Dinslaken..  Ein Ständer mit aktueller Mode am Eingang, ein Aufsteller vor dem Schaufenster - das soll Aufmerksamkeit wecken und Kunden anlocken. Was Einzelhändler in der Dinslakener Innenstadt dürfen und was nicht erlaubt ist, regelt nun die Gestaltungssatzung, die der Rat in der Dezember-Sitzung verabschiedet hat.

Zuvor gab es einen informellen Gestaltungsleitfaden, nun sind die Richtlinien in einer Satzung zusammengefasst. Das heißt auch, dass es eine Ordnungswidrigkeit ist, wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden. Die Satzung kommt zum Einsatz, wenn neu- oder umgebaut wird, Händler neue Werbeanlagen anbringen wollen oder Sondernutzungen für Flächen beantragen. Die Satzung lasse aber hinreichend Spielraum für kreative und nutzungsgerechte Gestaltung. Sie soll dazu beitragen, die gestalterische Entwicklung der Gebäude, Werbeanlagen und der privaten Flächen in der Innenstadt zu steuern. So ist nicht erlaubt, dass die Gebäude hinter großen Werbeanlagen verschwinden. Die architektonische Eigenarten sollen weiterhin sichtbar sein. So ist es nicht gestattet, dass der Zusammenhang zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss durch die bauliche Gestaltung oder durch Werbung gestört wird.

Schaufenster dürfen nur für einen kurzen Zeitraum von maximal drei Monaten größerflächig verklebt werden. Werbeanlagen müssen sich in Größe, Farbe und Form sowie in ihrer Anordnung dem Charakter der Straßen- und Platzräume unterordnen. Sie sind nur an dem Gebäude zulässig, in dem die Leistung erbracht wird. Davon ausgenommen sind Litfaßsäulen, Aushangkästen und Schaukästen. Werbeanlagen mit Lauf-, Wechsel- und Blinklicht sind nicht erlaubt. Ebenso angestrahlte, hinterleuchtete und selbstleuchtende Werbeanlagen.

Warenauslagen dürfen maximal 50 Prozent der Ladenbreite nicht überschreiten. Je Laden sind sie mit maximal 1 Meter Tiefe und maximal drei Meter Länge parallel zur Ladenfront zulässig. Je Geschäft darf nur ein mobiler Werbeträger aufgestellt werden. Einzelhändler müssen bei der Platzierung von Werbung und Werbeanlagen im öffentlichen Raum die Gestaltung der Straßen und Plätze berücksichtigen. „Die Wegführung für Fußgänger ist überwiegend entlang der Gebäudefassaden zu gewährleisten“, heißt es in der Satzung.

Eine Besonderheit gilt für Gebäude der Altstadt: Photovoltaik- und Solaranlagen sind dort sowohl auf dem Dach als auch im Fassadenbereich ausgeschlossen, wenn sie ansonsten von öffentlichen Verkehrs- und Freiflächen einsehbar wären. In den weiteren Innenstadtquartieren sind solche Anlagen auf die Fassaden- und Dachgestaltung abzustimmen.