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„Wer denkt sich so etwas aus?“

25.04.2013 | 10:18 Uhr
„Wer denkt sich so etwas aus?“
Linksabbiegerstreifen für Radfahrer am Platz am Neutor in Dinslaken.Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Dinslakens erste „Radfahrtrasse“ sorgt für Verunsicherung bei den Fahrradfahrern

Mit dem Umbau am Neutor ist auch für die Fahrradfahrer die Situation eine andere geworden. Beim Beobachten der Straße fällt schnell auf: Kaum ein Fahrradfahrer benutzt die extra für ihn eingerichtete Links-Abbieger-Spur, die über die Hans-Böckler-Straße führt. Lieber schlängelt er sich durch die Fußgängermassen auf dem Bürgersteig oder steigt direkt ab und schiebt seinen Drahtesel.

Für die Fahrradfahrerin Rita Kannappe ist die Situation mittlerweile „katastrophal und unbegreiflich“. „Das war das Erste, was mein Mann und ich uns gefragt haben, nachdem die Straße fertig war: Wer denkt sich so etwas aus?“ Wo sie früher sicher auf dem Fahrradweg entlang bis zur Ampel an der Hans-Böckler-Straße fahren konnte, müsse sie jetzt absteigen, denn: „Ich fahre doch nicht mitten auf der Straßen zwischen all den Autos entlang.“

In den Verkehr einbinden

Auch Walter Woerlin stellt fest: „80 Prozent der Fahrradfahrer benutzen mindestens noch den Bürgersteig.“ Dabei habe er selbst keine Angst mitten auf der Straße zu fahren. „Auto- und Fahrradfahrer müssen einfach Rücksicht aufeinander nehmen.“

Der Sprecher der Stadt Dinslaken, Horst Dickhäuser, sieht das ganz ähnlich. „Da braucht man keine Angst haben.“ In anderen Städten sei eine solche Verkehrssituation schließlich längst Gang und Gäbe und würde dort ebenfalls ohne Probleme funktionieren.

Grund für die erste Radfahrtrasse in Dinslaken sei die Erkenntnis, dass der Fahrradverkehr in den fließenden Verkehr eingebunden werden sollte. Daher müssen Fahrradfahrer, die an der Kreuzung rechts abbiegen wollen, von nun an auch auf der Straße neben den Autos herfahren und nicht mehr, wie vorher, auf einem Radweg. „Das ist aber nicht weiter tragisch, schließlich fängt ein Fahrradweg direkt nach der Kurve an“, erklärt Horst Dickhäuser. Bleibt zu hoffen, dass die Fahrradfahrer sich schnell an die moderne Verkehrssituation am Neutor gewöhnen.

Von Sara Schurmann


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