Wenn Frauen auf Hitzewellen surfen

Hünxe..  Geballte Frauenpower ließ am Sonntagabend die Lachmuskeln der überwiegend weiblichen Zuschauer in der ausverkauften Aula der Gesamtschule im Dauerzustand arbeiten. Die Schlampampen baten zur „Damenwahl“. Mit ihrem elften Programm war die Kabarettgruppe anlässlich des Internationalen Frauentags zu Gast. Zwar liegt der schon ein wenig zurück, aus Termingründen konnte der Abend aber erst jetzt stattfinden. Das Warten hatte sich gelohnt. In knallbunten Schlauchkleidern spielten die Schlampampen mit Klischees und nahmen den ganz normalen Wahnsinn, wie frau ihn kennt, aufs Korn, kein Blatt vor den Mund und sich dabei nicht immer allzu ernst. Dabei verrieten die acht Frauen, ob Falten Freunde sind, ob frau auf Hitzewellen surfen kann und was Speckrollen eigentlich so denken.

Alles eine Frage der Perspektive. So suchte die Sendung „Männer suchen ein Zuhause“ eine fürsorgliche Frau für den vernachlässigten Manfred K., der von seiner Frau weder Grillgut noch Bier, sondern nur Trennkost bekam und am Wochenende stundenweise ohne Mittagessen allein gelassen wurde. Vielleicht war die Raben(haus)frau ja auf einer Party, um mit ihren Freundinnen die nächste Hitzewelle zu feiern. Die wird nämlich zum Flashmob, zur Sauna to go – und als App fürs Smartphone kann frau mit ihr sogar surfen.

Schwieriger haben es da die Speckrollen – selbst nach drei Jahren Beziehung mit ihren Besitzerinnen haben diese sich immer noch nicht an sie gewöhnt. Dabei würden sie anstelle der Beschimpfungen lieber „Frühlingsrollen“ genannt werden, schließlich sind sie ja „erotische Nutzflächen“. Während sich die Speckrollen fragen, wie sie angesichts der Light-Produkte noch ihre Form halten sollen, plaudert die Cappuccino-Trüffelpraline aus der Pralinenschachtel und legt sich mit der Nougattussi an, die sich für etwas Besseres hält – wegen ihrer Schichten.

Frau hat es eben nicht leicht. Egal, ob das Trüffelpralinen-Gen oder das Schuh-Gen dominanter ist, stellt sich die Frage: „Was zieh ich nur an?“ Ob es den Fettpölsterchen beim Schwimmen oder Walken an den Kragen geht, Frauen reden dabei gern – und am liebsten über Männer. Die Schlampampen bilden da keine Ausnahme. Auch schleichen sie sich heimlich aus dem Haus, weil ihnen ihre Ehemänner als Neurentner auf die Nerven gehen. Dann fordern sie als wilde Witwen doch lieber Sekt statt Schnabeltassen.

Doch nicht nur die Männer werden auf die Schippe genommen, auch die weibliche Kommunikationsfreude wird mit ironisch-liebevollem Blick von den Schlampampen gekonnt entlarvt – wie jedes Thema, das frau so bewegt – und das mit einer rasanten Wandlungsfähigkeit, toller Mimik und Gespür für Wortspiele und Situationskomik. Damit trafen sie den Nerv ihrer Zuschauerinnen, die am Ende der „Damenwahl“ begeistert Beifall klatschten. In der Zugabe bekam der Fitnesswahn sein Fett weg. Nach dem Programm dürfte das Publikum trotzdem Muskelkater gehabt haben – vom Lachen.