Weiter Streit in der Gemeinde

Dinslaken..  Der Presbyteriumsvorsitzende der Evangelischen Kirchengemeinde Hiesfeld, Manfred Pieper, hat dem Initiativkreis am 29. Januar mitgeteilt, „dass das Presbyterium entschieden hat, keine weiteren Gespräche mit dem Initiativkreis mehr zu führen“, so IK-Sprecher Jürgen Roth. „Auf der Homepage der Gemeinde und auf den Ankündigungszetteln rät er darüber hinaus den Mitgliedern des Initiativkreises, die Gemeinde zu verlassen“.

Pfarrer Christoph Rau habe erklärt, dass es ihm nicht gelungen sei, weitere Gespräche zwischen dem Presbyterium und dem IK zu vermitteln. „Er verweist in allen Fragen, die dieses Thema betreffen, an den Vorsitzenden des Presbyteriums, da nach der Entscheidung des Presbyteriums sein ursprünglicher Auftrag in Hiesfeld erloschen sei.“ Offensichtlich sei die Bereitschaft innerhalb des Presbyteriums nicht gegeben, „offene Sachfragen im Bereich der Finanzen oder beim geplanten Garagenbau zu diskutieren, obwohl im IK die Bereitschaft zur Mitarbeit und entsprechende Sachkompetenz vorhanden ist“, so Roth. Versuche des IK, gemeinsam an den Zukunftsthemen der Gemeinde zu arbeiten, „werden schlicht abgelehnt“.

Es gibt keine andere Möglichkeit

Der Initiativkreis bedauert, „dass es wegen dieser Verweigerungshaltung keine andere Möglichkeit gibt, als über Dienstaufsichtsbeschwerden das zu klären, was man besser in Gesprächen gemeinsam klären sollte“, meint Roth. In anderen Gemeinden der Evangelischen Kirche ginge das ja auch. „Warum in Hiesfeld nicht?“, fragt er. Zur Zeit lägen drei vom IK gestellte Dienstaufsichtsbeschwerden und eine einstweilige Verfügung vor, die sich mit der Situation in der Gemeinde befassten.

Besonders die Informationspolitik des Presbyteriums rund um das Garagenprojekt sei „fragwürdig“. Die neueste Information an die Gemeinde auf der Homepage suggeriere, dass nur eine Bebauung mit Garagen möglich sei. Auf Befragen sage etwa Architekt Stefan Husmann, „dass eine Bebauung von Wohnungen mit sozialem Bezug möglich war und weiterhin möglich ist, wie zum Beispiel ein Altenheim mit kirchlichem Träger und dazugehörenden heimverbundenen Wohnungen.“ Es bestehe aber auch die Möglichkeit, „eine Bebauungsplanänderung herbeizuführen, die dann eine normale Wohnbebauung zulässt“.

Am sinnvollsten sei es aber, „erst ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das dann schrittweise realisiert wird, anstatt erst Parkplätze und Garagen zu bauen, deren Bedarf nicht durch andere der Gemeinde vorgestellte Projekte belegt ist“, habe der IK vom Architekten erfahren. Schließlich seien am Kindergarten 18 Parkplätze entstanden.

Der IK ergänzt, dass die Finanzsituation der Gemeinde auch berücksichtigt werden müsse, wobei vor allem die zukünftige Belastung der Gemeinde aus den Bauprojekten eine entscheidende Rolle dabei spiele, „was für die Gemeinde sinnvoll ist oder was den Finanzrahmen sprengt“. Zur Zeit sei die Gemeindeverwaltung nicht in der Lage einen Haushalt nach NKF vorzulegen.

Erst planen, dann agieren

Pfarrer Rau habe angemerkt, dass sich viele Gemeinden zur Zeit bemühten, eine Übersicht zu bekommen, welche Finanzmittel vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Zukunft zur Verfügung stünden.

„Für Hiesfeld wünschte er sich, dass man erst plant und dann agiert. Einen Eilbedarf für die Garagen sieht er nicht“, erklärt Roth. „Das wäre so, als würde man den zweiten Schritt vor dem ersten machen.“