Weihnachtsparade in Phnom Penh

Dinslaken..  Andere Länder, andere Sitten, und ganz viel Toleranz – das hat Filiz Göcer über Weihnachten und Neujahr in Kambodscha erfahren, als sie mit Freunden ein bisschen Weihnachten auf die Straßen von Phnom Penh brachte.

Mit Freunden schmiedete Göcer die Idee von einer Weihnachtsparade. Und das brauchten sie dafür: einen Weihnachtsbaum, einen oder zwei Weihnachtsmänner, Glitzer und Girlanden, einen Weihnachtself, Jesus. Und was fehlt noch? Genau! Die Tuk Tuks. Und schon hat man Weihnachten in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Wer meint, das ginge in einem Land, in dem über 90 Prozent der Menschen Buddhisten sind, nicht, hat sich getäuscht. Durch Globalisierung, Auswanderer aus aller Welt und die vielen Touristen herrschte auch hier eine Art Weihnachtsstimmung.

Von dieser Stimmung gepackt, entschied sie mit drei Freunden aus den Vereinigten Staaten und England, die erste Weihnachtsparade in Phnom Penh zu organisieren. Mithilfe von Flyern, die in einigen Bars aufgehängt worden sind und über Facebook wurde der Event beworben. Auf der Fahrt mit den Tuk Tuks durch die Stadt wurden mithilfe von Megaphon, Smartphone und Lautsprecher Weihnachtslieder gespielt. Natürlich durfte man dabei die Schokogoldtaler nicht vergessen, die dabei lachenden Kindern zugeworfen wurden. „Ich weiß gar nicht, wer mehr Spaß hatte, die Tuk Tuk Fahrer oder wir“, berichtet Göcer. Das fing schon beim Schmücken der Tuk Tuks an.

Einer der Barbesitzer begleitete die Parade, um sie als Liveübertragung für seine Bar filmen zu können. Die Aufnahmen kann man mittlerweile sogar bei youtube finden. Der Tag endete mit Livemusik in der Bar, wo alles begann. Letztendlich war die Parade ein voller Erfolg, denn alle Beteiligten hatten Spaß und die Weltenbummler haben viele Bürger, Jung und Alt, zum Staunen und Lachen gebracht.

Es wurde ihnen gezeigt, wie tolerant und humorvoll die Menschen in Phnom Penh sind und das war für sie wohl das beste Weihnachtsgeschenk. Nach einer solch aufwendigen Weihnachtsparade, wurde Silvester eher gediegen gefeiert. Es gab ein Essen im Restaurant und darauf viele Bars und ein verpasstes Feuerwerk, weil nicht mal das Kneipenpersonal mehr auf die Uhr achtete, so Göcer.