Warmer Ton und silbrige Klänge

Voerde..  Der silbrige Klang des Cembalos und der warme der Traversflöte: So muss es bei den Konzerte am Hof von Ludwig XIV. geklungen haben. Den Besuchern des 16. Neujahrskonzert des Lions Club Voerde vermittelten Leonard Schmid und Thomas Wormitt eine kleine akustische Zeitreise mit Werken von Francois Couperin, Domenico Scarlatti und Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach in historischer Aufführungspraxis.

Die Traversflöte, das Vorgängermodell der heutigen Querflöte, wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich entwickelt, ihre Popularität am dortigen Hofe trug sicherlich dazu bei, dass Friedrich II. sie zu „seinem“ Instrument machte. Thomas Wormitt spielte am Sonntag auf dem Nachbau einer Flöte des Flötenlehrers des Preußenkönigs Joachim Quantz: ein Instrument mit einem ausgesprochen warmen, rundem Ton. Das zweimanualige Cembalo, das Lions-Stipendiat Leonard Schmid im Rathaussaal Voerde zur Verfügung stand, hatte ein direktes französisches Vorbild: Detmar Hungerberg, der bei dem Konzert persönlich anwesend war, baute es nach einem Instrument von Donzelaque.

Musik aus Frankreich, sie prägte nicht nur den Instrumentenbau, sondern auch den Kompositionsstil. Leonard Schmid und Thomas Wormitt begannen das Konzert mit dem Troisième Concert Royaux von Couperin. Und auch wenn Bach den Titel seiner Cembalo-Suite Nr. 3 in h-Moll nicht selbst als die „Französische“ bezeichnet hat: Ein Vergleich der Abfolge der Tanzsätze bzw. ihrer Strukturen ließ an dem Einfluss der französischen Hofmusik auf das Werk von Johann Sebastian Bach keinen Zweifel.

Seit 16 Jahren fördert der Lions Club Voerde musikalische Talente durch Stipendien. Leonard Schmid wechselte vom Klavier auf das Cembalo, studiert inzwischen an der renommierten Juillard School in New York. Im zweiten Teil des Konzertes spielte er Musik aus der Zeit zwischen diesen beiden Instrumenten. Carl Philipp Emanuel Bach komponierte bereits für den Hammerflügel.

Und auch seine musikalische Sprache ist eine andere als die seines Vaters: die eigenständige, lineare Stimmführung der linken und rechten Hand weicht einem Verständnis von der Komposition als Stimmungsbild, in dem Melodie und akkordische Begleitung rasch wechselnde Emotionen des individuellen Künstlers ausdrücken. Ein Wandel, der sich bereits bei Scarlatti andeutet und in der abschließenden Sonate für Flöte und Cembalo des Bachsohns seinen lebhaften Ausdruck fand.