Voerde: Stockumer Schule im Visier der CDU

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Die Fraktion schließt bei möglichen Einsparungen auch die Offene Jugendarbeit nicht aus. Als Beispiel benennt sie konkret bislang einzig das Jugend- und Kulturzentrum

Voerde..  Die CDU-Fraktion nimmt bei ihren Überlegungen, wie die Stadt angesichts ihrer prekären Haushaltssituation noch weiter finanziell entlastet werden kann, als Ansatzpunkt auch die Offene Jugendarbeit nicht aus. „Wir müssen in alle Bereiche denken“, betont CDU-Fraktionschef Georg Schneider. Was wendet die Stadt für die Offene Jugendarbeit auf? Lässt sich in dem Bereich sparen? Welcher Effekt würde im Falle einer Kürzung oder Streichung von Zuschüssen ausgelöst? Was würde im Falle einer Schließung passieren? Dies sind Fragen, die die CDU von der Verwaltung beantwortet wissen will. „Wir müssen alles schonungslos prüfen“, erklärt Schneider, der zugleich versichert, man wolle „nicht mit dem Rasenmäher alles zerstören“. Als „Beispiel“ für Einsparungen im Bereich der Offenen Jugendarbeit benennt die CDU konkret bisher einzig eine Einrichtung: die Stockumer Schule.

Es ist kein Geheimnis, dass die Christdemokraten das Jugend- und Kulturzentrum an der Schafstege seit längerem kritisch im Blick haben. Ihre Haltung begründen sie mit „Erfahrungen der Vergangenheit“ – zwischen Stockumer Schule und Stadt gab es vor Jahren im Rahmen der Renovierungsarbeiten Differenzen, später lagen beide in Folge einer seitens der Verwaltung angedrohten Mietkündigung, die diese mit „wiederholten Lärmbelästigungen“ begründete, miteinander im Clinch. „Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft“ aufgrund von Lärm führt die CDU als ein weiteres Argument für ihre Skepsis gegenüber der Einrichtung an. Deren Besonderheit liegt in der Organisationsstruktur: Diese basiert auf dem Prinzip der Selbstverwaltung durch die Jugendlichen.

Die CDU verweist im Fall der Stockumer Schule, hinter der ein Trägerverein steht, auf den von der Kommune geleisteten Betriebskostenzuschuss (Sach- und Personalkosten) in Höhe von rund 100 000 Euro. Die CDU will geprüft wissen, wie viele Jugendliche mit der Einrichtung an der Schafstege erreicht und gebunden werden. Dabei will sie einen Vergleich zum Jugendzentrum (JUZ) gezogen sehen.

Die Verwaltung soll darüber aufklären, „was hier geht“, wobei auch die Folgen bedacht werden sollen, wie CDU-Fraktionschef Schneider ausführt. Eine Aufgabe der Stockumer Schule, die eine komplette Streichung des Betriebskostenzuschusses durch die Stadt zur Folge hätte, schließt die CDU in ihren Betrachtungen nicht aus. Fraktionsvorsitzender Schneider bringt dabei erneut das JUZ ins Spiel, stellt die Frage, ob die Jugendlichen aus der Stockumer Schule möglicherweise auch dort eine Anlaufstelle finden, sprich unterkommen könnten. Wenn die Zahlen es hergäben und das Konzept stimme, wäre ein solcher Weg für die CDU eine Option.