Voerde: Politik fordert Videoüberwachung

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Die Bahn soll die beiden Haltepunkte in Voerde und Friedrichsfeld umgehend mit einer „aktiven Videoüberwachung“ ausstatten. Das fordern weite Teile der Voerder Politik.

Voerde..  Die Deutsche Bahn soll die beiden Haltepunkte in Voerde und Friedrichsfeld umgehend mit einer „aktiven Videoüberwachung“ ausstatten. Das fordern weite Teile der Voerder Politik – was sie unlängst per mehrheitlichem Ratsbeschluss auf den Weg brachte. Damit folgte das Gremium einem entsprechenden Antrag der Wählergemeinschaft (WGV). Darin ist überdies die Forderung formuliert, im Fall des Bahnhofs Friedrichsfeld auch den Zugangstunnel zum Bahnsteig mit einer Videoüberwachung auszustatten. Die WGV verweist in ihrer Begründung auf „zahlreiche Sachbeschädigungen und Zerstörungen“, die an den beiden Haltepunkten auf Voerder Stadtgebiet „leider zur Tagesordnung“ gehörten, wie sie betont.

Die Deutsche Bahn reagiere darauf auf ihre Weise, „indem sie nur noch das für den Fahrbetrieb unbedingt Notwendige wie Fahrkartenautomaten ersetzt, erklärt die Wählergemeinschaft. Ansonsten erfolge „eine Total-Demontage, so zum Beispiel im Fall des Glaspavillons am Haltepunkt Voerde in Fahrtrichtung Wesel oder von Schaukästen für Fahrpläne auf dem Bahnsteig Friedrichsfeld“, konstatiert die WGV in ihrem Antrag.

Sicherheitsgefühl

Nach ihrer Einschätzung ist es gerade um das subjektive Sicherheitsgefühl von Bahnnutzern an beiden Bahnhöfen nicht zum Besten bestellt – was zahlreiche Äußerungen insbesondere von Frauen dokumentierten. Die Installation „eines funktionierenden Videoüberwachungssystems“ für beide Voerder Haltepunkte“ stellt aus Sicht der WGV einen notwendigen Schritt zu einer verbesserten „präventiven Gefahrenabwehr dar“. Sie glaubt, dass sich durch eine angemessene technische Überwachung eine abschreckende Wirkung entfalten lässt, die den fortwährenden Sachbeschädigungen und Zerstörungen entgegen zu setzen ist und sich zudem positiv für alle Bahnnutzer auswirke und die Verfolgung von Straftaten besser ermögliche.

Zu der tatsächlichen Wirkung einer Videoüberwachung offenbarten sich in der Diskussion im Stadtrat unterschiedliche Meinungen. Grünen-Fraktionssprecher Stefan Meiners erklärte, dass diese Maßnahme nicht dabei helfen werde, Straftaten zu verhindern. Die Grünen votierten gegen den Vorstoß der WGV. Auch aus den Reihen der SPD wurden Zweifel angemeldet: Eine Videoüberwachung „gibt keinem ein Sicherheitsgefühl. Es wird nicht viel erreicht dadurch“, glaubt Ratsherr Wolfgang Krieg. SPD-Fraktionschef Uwe Goemann vertrat eine andere Sicht. Er könne mit einer Videoüberwachung gut leben, wenn dies dazu führe, Straftaten aufzuklären oder zu verhindern. Ähnlich argumentierte CDU-Fraktionschef Georg Schneider, der die Situation am Friedrichsfelder Bahnhof im Abendbereich als „Katastrophe“ bezeichnete. Bei vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen brachte der Stadtrat am Ende die Forderung an die Bahn auf den Weg.