Voerde: Planung unter Zeit- und Gelddruck

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Für Dirk Wennmann und Dirk Elfgen gestaltet sich die Organisation des Weihnachtsmarktes schwieriger als 2014. Fragezeichen hinter Zuschüssen.

Voerde..  In acht Monaten soll es an der Allee und rund um das Wasserschloss wieder weihnachten. Soweit der gute Vorsatz von Dirk Elfgen und Dirk Wennmann. Für die Besucher liegt der Termin noch in weiter Ferne, für die beiden Organisatoren, die 2014 zum ersten Mal die Regie über die Veranstaltung übernahmen, gilt dagegen: Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt. Seit der zweiten Januar-Woche ist das Duo mit den Planungen für den beliebten Budenzauber beschäftigt.

Die Rahmenbedingungen stellen sich für beide noch einmal schwieriger dar als im Vorjahr. Seitens der Stadt drohen aufgrund der prekären Finanzlage Einsparungen. In dem erweiterten Katalog zum Haushaltssicherungskonzept (HSK) listet die Verwaltung für den Weihnachtsmarkt als Möglichkeit auf, die Leistungen bei Entsorgung, Strom und Absperrungen einzustellen. Mit insgesamt rund 30 000 Euro wird die einzusparende Summe im erweiterten HSK-Katalog beziffert. Die Politik wird in den nächsten Wochen im Zuge der Haushaltsberatungen darüber zu entscheiden haben. Diese sei sich der Weitenwirkung und der Wirtschaftskraft, die von der Veranstaltung ausgingen, bewusst, ist Wennmann überzeugt, aber sie müsse sich an die Spielregeln halten. „Der Wille bei Politik und Verwaltung zu helfen ist da“, sagt Wennmann.

Neben dem möglichen Wegfall der städtischen Mittel ist für ihn und Elfgen auch noch unklar, inwieweit sie in diesem Jahr auf die Unterstützung der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe werden bauen können. Das Geldinstitut ist bekanntlich in finanziell schweres Fahrwasser geraten.

Wennmann und Elfgen suchen derweil parallel nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen und neue Einnahmen zu rekrutieren. So hatten sie in einer Umfrage unter den Markthändlern und Gästen erfahren, dass der große Teil auf das Bühnenprogramm nicht verzichten möchte. Gleiches gilt laut Wennmann für die Beleuchtungssituation. „An der Stellschraube Ambiente dürfen wir nicht großartig drehen.“ In beiden Bereichen sieht er wenig Einsparpotenzial, mehr dagegen bei den Preisen für die angemieteten Holzhütten, wofür er mehrere Angebote angefordert hat. Die Hütten seien der größte Kostenfaktor, die Mietgebühren, die die Händler dafür zahlen müssen, könnten jedoch „nicht grenzenlos“ erhöht werden, sagt Wennmann.

Als Einsparmöglichkeit müssen laut Elfgen auch Strukturveränderungen beim Weihnachtsmarkt ins Auge gefasst werden, wobei er „kleiner und feiner“ als eine Idee benennt. Dadurch ließen sich Fixkosten etwa für Absperrungen oder Strom senken. Auch hoffen er und Wennmann auf Unterstützung von Seiten der Gewerbetreibenden in Voerde, die bisher noch nicht an einem Sponsoring des Weihnachtsmarktes beteiligt sind. Dies betreffe die ganze Bandbreite – vom Unternehmen bis zum Handwerker, erklärt Wennmann und verweist auf die Werbe- und Synergieeffekte, die die Gewerbetreibenden mit einem Sponsoring erzielen könnten. Die beiden Weihnachtsmarkt-Organisatoren wollen ein entsprechendes Schreiben an sie verfassen. „Wir wollen ein tragfähiges Konzept für die nächsten Jahre“, betont Elfgen.

Die Überlegung, für die er und Wennmann beim letzten Mal viel Kritik geerntet hatten, soll in diesem Jahr kein Thema sein: „Mit uns wird es definitiv keinen Eintritt 2015 geben“, betont Elfgen. Allerdings verhehlt er auch nicht die bestehende Gefahr, dass der Weihnachtsmarkt wegen fehlender Mittel am Ende abgesagt werden muss.

Wennmann und Elfgen hoffen, bald Klarheit über die Finanzierung der Veranstaltung zu bekommen. Erst wenn ein tragfähiges Konzept vorliegt, können sie den Händlern, die laut Wennmann seit Januar darauf warten, eine Zusage machen. „Uns läuft definitiv die Zeit davon.“