Voerde: Närrische Amtshilfe aus der Nachbarstadt

Prinzessin Marita I. und Prinz Dieter II. freuen sich auf die nächsten Tage.
Prinzessin Marita I. und Prinz Dieter II. freuen sich auf die nächsten Tage.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Marita Vierkötter und Dieter Kleinpeter sprangen als Prinzenpaar ein. Die Stadtprinzessin ist mit den jecken Traditionen in Voerde bestens vertraut.

Voerde/Wesel..  In ihrem Zuhause in Flüren fühlt sich Marita Vierkötter rundum wohl. Der Hunde wegen ist sie mit ihrem Mann vor gut einem Jahr dorthin gezogen. „Hier gibt es genug Auslaufmöglichkeiten ohne lange Anfahrtswege“, sagt die 52-Jährige. „Und mit der Entscheidung sind wir glücklich.“ Zumal sie den Weseler Stadtteil gut kennt und früher schon einmal dort gelebt hat. Wenn es aber um die jecken Tage geht, dann ist Marita Vierkötter ihrem langjährigen Wohnort Voerde auch von Flüren aus treu verbunden. „Karneval wird nur in Voerde gefeiert“, sagt die Fleischereifachverkäuferin.

Gar nicht so außergewöhnlich

Deshalb ist es für sie auch gar nicht so außergewöhnlich, dass sie als Weselerin nun Voerder Stadtprinzessin ist. Obwohl – etwas ganz Besonderes ist dieses Amt schon für Prinzessin Marita I. „Aber deshalb, weil ich eigentlich eher diejenige bin, die im Volk mitfeiert und gar nicht damit gerechnet hätte, mal Prinzessin zu werden.“ Ihrem Prinzen Dieter II. geht das übrigens genauso. Der 58-jährige Dachdecker, der aus Lippedorf kommt und somit ebenfalls Weseler ist, hatte bislang nicht mal einen Bezug zum jecken Treiben. Einmal die Voerder Narrenschar anzuführen – das hätte sich der Prinz, der im wahren Leben Dieter Kleinpeter heißt, noch vor einigen Monaten nicht träumen lassen. Dass nun zwei Weseler das Voerder Stadtprinzenpaar bilden, liegt daran, dass die Session für die Jecken der Nachbarkommune nicht ganz planmäßig begonnen hat. „Es stand eigentlich längst ein anderes Prinzenpaar fest“, berichtet Dieter Kleinpeter. Doch ein Trauerfall in der Familie veranlasste die vorgesehenen Tollitäten dazu, sich zurückzuziehen. „Natürlich hatten alle Verständnis“, sagt Kleinpeter. Aber beim Männergesangverein „Eintracht“ Spellen, der traditionsgemäß das Prinzenpaar der Stadt Voerde stellt und in dem auch der Dachdecker singt, seien erst einmal alle sprachlos gewesen. „Das war kurz vor der Proklamation. Wir dachten schon, Karneval müsse ausfallen.“ Denn zunächst habe sich niemand gefunden, der als Prinz einspringen wolle, so der 58-Jährige weiter. So habe er sich schließlich bereit erklärt. Seine Prinzessin Marita kannte Prinz Dieter zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Sie wurde von ihrem langjährigen Freund Peter Anton Becker, der Vorsitzender des MGV „Eintracht“ ist, gefragt, ob sie sich nicht vorstellen könne, das Amt zu übernehmen. „Ich habe ganz spontan Ja gesagt“, erinnert sich die Flürenerin. Anschließend habe sie erst einmal zwei Wochen lang „ganz üble Bauchschmerzen“ gehabt.

Spaß an vielen neuen Erfahrungen

Mittlerweile aber haben sich Marita Vierkötter und Dieter Kleinpeter mit ihren jecken Ämtern bestens arrangiert und freuen sich auf die nächsten Tage. Die Prinzessin ist mit den Voerder jecken Traditionen bestens vertraut. Ihr Prinz, der sich, wie er sagt, in das Amt reingesungen hat, hat Spaß an vielen neuen Erfahrungen.