Voerde: Krickerhauer suchen weiter Bleibe

Ein Webstuhl aus Krickerhau (heute Handlova) gehört zu den vielen Ausstellungsstücken des Krickerhauer Heimatmuseums in Voerde.
Ein Webstuhl aus Krickerhau (heute Handlova) gehört zu den vielen Ausstellungsstücken des Krickerhauer Heimatmuseums in Voerde.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das von der Stadt gemachte Raumangebot an der Regenbogenschule in Möllen reicht in der Form nicht aus, sagt die Karpatendeutsche Landsmannschaft und baut parallel auf Ideen aus der Bürgerschaft.

Voerde..  40 Jahre lang konnte die Karpatendeutsche Landsmannschaft (Krickerhauer) an der Bahnhofstraße Geschichtspflege betreiben und dadurch ihre eigene Kultur in Erinnerung und im Bewusstsein behalten. Ob sie das in der bewährten Form auch in Zukunft wird tun können, diese bange Frage stellt sich für sie schon seit mehr als einem Jahr. Bekanntlich will die Stadt das Gelände der im Sommer vergangenen Jahres geschlossenen Pestalozzischule als Wohn- und Nahversorgungsstandort weiter entwickeln. Die bestehenden Gebäude würden in dem Zuge abgerissen – wobei zuletzt in der Diskussion stand, einen Teil des alten Schultraktes mit in die Planungen zu integrieren. Für das Heimatmuseum der Krickerhauer muss indes eine neue Bleibe gefunden werden. Vor etwa zwei Wochen gab es einen Ortstermin, bei dem die Stadt ihnen eine Alternative präsentierte: einen Raum in der Regenbogenschule in Möllen.

Den Standort als solchen findet der Kulturwart der Krickerhauer, Alexander Grolmuss, auch akzeptabel. „Die Besucher reisen ohnehin mit dem Auto an.“ Sorge bereitet ihm vielmehr, dass das Heimatmuseum mit seiner Vielzahl an Exponaten in dem neuen Raum nicht den nötigen Platz finden und somit die Gänze der Ausstellung nicht zur Wirkung kommen lassen wird. Was an dem von der Stadt alternativ angebotenen Standort fehlt, sind insbesondere die Wandflächen. Davon hätte ihnen in der Pestalozzischule „deutlich mehr“ zur Verfügung gestanden, betont Alexander Grolmuss. In der Pestalozzischule hatten die Krickerhauer die Möglichkeit, die Zeugnisse, mit denen sie an das Leben in ihrer ehemaligen Heimat in der heutigen Slowakei erinnern, in einem großen Klassenraum, einem kleineren Nebenraum und der davor liegenden Treppenempore und am Treppenaufgang entsprechend zu präsentieren. Am Standort Regenbogenschule müsste in der jetzt vorgeschlagenen Form etwa die Hälfte der Exponate eingelagert werden, sagt Grolmuss. Zu der umfangreichen Sammlung, die ein Stück des alten Lebens in Krickerhau (heute Handlova) widerspiegelt, gehören etwa ein Webstuhl, verschiedene landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, mehrere große Vitrinen, Stellwände mit unzähligen Fotos und vieles, vieles mehr.

Stadt und Krickerhauer wollen sich nun noch einmal zusammensetzen und schauen, ob einzelnes Gerät auch außerhalb des Klassenraumes präsentiert werden könnte, wie Wilfried Limke, Erster Betriebsleiter des Kommunalbetriebes Voerde (KBV), ankündigt. Die Chance, dass die Stadt neben dem Raum in der Regenbogenschule noch eine weitere Alternative anbieten kann, stehen eher schlecht. „Wir haben kaum noch Liegenschaften im Besitz“, betont Limke.

Die Krickerhauer bauen nun ihrerseits parallel auf mögliche Ideen aus der Bürgerschaft, wo ihr Museum eine neue, passende Heimat finden könnte. Ideal für ihre Belange wäre „etwas Zweigeteiltes“ – ein Haupt- und ein Nebenraum – inklusive Vorraum. Mit entscheidend sei die Wandfläche, erklärt Alexander Grolmuss.

Homepage und Kontakt

Wer sich einen Eindruck von der umfangreichen Sammlung des Heimatmuseums verschaffen möchte, hat auf der kürzlich eingerichteten Homepage www.krickerhau.de die Möglichkeit dazu. Auf der Internetseite der Krickerhauer ist per Maus-Klick ein Gang durch das Museum möglich.

Wer eine Idee hat, wo das Heimatmuseum alternativ passend untergebracht werden könnte, kann die Krickerhauer über die Internetseite (Kontakt) per Mail erreichen oder Kulturwart Alexander Grolmuss telefonisch kontaktieren ( 0163/7468837, nach 17 Uhr).