Voerde: Kita und Bibliothek besiegeln Kooperation

Gestern bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages (v.l.vorne): Kita-Leiterin Kerstin Günther, Geschäftsführerin der Evangelischen Kinderwelt, Brigitte Ramaker, Bürgermeister Dirk Haarmann sowie (stehend, v.l.) Bibliotheksleiterin Elke Krüger und Dezernentin Simone Kaspar.
Gestern bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages (v.l.vorne): Kita-Leiterin Kerstin Günther, Geschäftsführerin der Evangelischen Kinderwelt, Brigitte Ramaker, Bürgermeister Dirk Haarmann sowie (stehend, v.l.) Bibliotheksleiterin Elke Krüger und Dezernentin Simone Kaspar.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Beide Einrichtungen unterzeichneten gestern ersten Vertrag zur frühkindlichen Leseförderung

Voerde..  Die frühkindliche Leseförderung ist für die Voerder Stadtbibliothek seit längerer Zeit schon viel geübte Praxis – und auf Seiten der Kindertagesstätten ein gerne angenommenes Angebot. Gestern haben die evangelische Kita Rönskenhof und die Stadtbibliothek ihre bisherige Zusammenarbeit auf diesem Feld mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages in eine feste Form gegossen. Es ist dies eine Premiere – „ein Meilenstein, der strahlen und wiederholt werden soll“, wünschte sich Bürgermeister Dirk Haarmann.

Die Initialzündung für diesen ersten vertraglich festgelegten Schulterschluss über die frühkindliche Leseförderung zwischen einer Kindertagesstätte und der Stadtbibliothek ging von der Leiterin der Kita Rönskenhof, Kerstin Günther, aus. Die Idee dahinter ist, die bestehende Kooperation zu systematisieren und im Programm des Kindergartens zu verankern, der vor der Zertifizierung als Familienzentrum steht. Die Zusammenarbeit bekomme so für beide Seiten eine „andere Verbindlichkeit“, erklärte Günther. Dezernentin Simone Kaspar sprach von „einer belastbaren Zusammenarbeit für die Zukunft – unabhängig von handelnden Personen“.

Die Leiterin der Stadtbibliothek, Elke Krüger, dankte für die Initiative und nannte unter anderem das Angebot der Vorlesepaten, die regelmäßig in die Kitas gehen und den Kleinen dort Bilderbücher und Geschichten vorstellen. Auch die Kinder in der evangelischen Kita Rönskenhof freuen sich auf die Besuche ihrer Vorlesepatin, wie Kerstin Günther zu berichten weiß.

Dass das Medium Buch in dieser hochdigitalisierten Welt bei ihnen keinen leichten Stand hat, kann die Kita-Leiterin nicht bestätigen. Im Gegenteil. „Kinder finden Bücher ganz toll“, was bei einigen Eltern stärker einfach in das Bewusstsein gerückt werden müsste, sagte Kerstin Günther. „Das Buch hat in einigen Familien nicht mehr den großen Stellenwert wie früher.“ Dezernentin Kaspar unterstrich denn auch die Bedeutung der frühkindlichen Leseförderung in der heutigen Zeit. „Es ist wichtig, Kinder frühestmöglich an das Buch heranzuführen“ – nicht zuletzt auch, um dieses „traditionelle Medium“ für spätere Generationen zu bewahren. Die Stadtbibliothek mache da eine ganze Menge, lobte Simone Kaspar. So gehört etwa die Aktion „Lesespaß von Anfang an“ zum Angebot der Einrichtung. Die Veranstaltung richtet sich an dreijährige Kinder und deren Eltern, die Tipps für das Lesen bekommen.

Ganz verschließen aber kann sich die Stadtbibliothek nicht der Tatsache, dass Kinder heute auch mit anderen Medien als dem Buch umgehen, wie Elke Krüger betonte. Dem trägt das vom Bund geförderte Projekt „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ Rechnung, an dem auch die Voerder Stadtbibliothek mit zunächst einer Kita teilnimmt. Ziel: Medienkompetenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.