Das aktuelle Wetter Dinslaken 16°C
Sicherheit

Voerde: Kein Einstieg in den Ausstieg

09.02.2016 | 23:00 Uhr
Voerde: Kein Einstieg in den Ausstieg
Die Polizeiwache in Voerde soll möglicherweise bald nachts unbesetzt sein.Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   Der leitende Polizeidirektor antwortet auf ein Schreiben von Bürgermeister Haarmann zu einer möglichen nächtlichen Schießung der Wache in Voerde.

Auf sein Schreiben an Landrat Dr. Ansgar Müller zu der in Rede stehenden nächtlichen Schließung der Voerder Polizeiwache hat Bürgermeister Dirk Haarmann vom leitenden Polizeidirektor Utz Schmidt eine Antwort erhalten. Viel grundlegend Neues findet sich darin nicht. Der leitende Polizeidirektor schildert noch einmal die Hintergründe dafür, die Polizeidienststelle möglicherweise nachts nicht mehr zu besetzen. Er nehme die von Haarmann vorgebrachten Bedenken, die von vielen Bürgern und vom Stadtrat in Voerde geteilt würden, „sehr ernst“, versichert Schmidt.

Er argumentiert, dass in dem Bemühen, die Polizeikräfte „so sachgerecht und effizient wie möglich einzusetzen“, regelmäßig das Einsatz-, Kriminalitäts- und Verkehrsunfallgeschehen ausgewertet würde. Daran orientiere sich nicht nur die „belastungsbezogene Kräfteverteilung in den Direktionen Gefahrenabwehr/Einsatz, Kriminalität und Verkehr, sondern auch die Funktionsbesetzung in den Polizeiwachen“. Durch letztere solle gewährleistet werden, dass in einsatzstarken Zeiten genügend Polizeikräfte zur Verfügung stehen und in einsatzarmen Zeiten nicht mehr Kräfte den Dienst versehen als notwendig. Im Fall der Polizeiwache Voerde habe eine aktuelle Auswertung der Funktion des „AP“ (Anzeigenaufnahme und Publikumsverkehr) ergeben, dass die Dienststelle zur Nachtzeit nur „in äußerst wenigen Einzelfällen“ in Anspruch genommen werde. Dagegen bestehe bei anderen Funktionen des Wachdienstes unter anderem „wegen der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche und der gestiegenen Einsatzzahlen an zu schützenden Flüchtlingsunterkünften ein erhöhter Kräftebedarf“, erläutert Schmidt. In Anbetracht dieser Entwicklung werde geprüft, ob bei der Polizeiwache Voerde die Funktion des „AP“ zur Nachtzeit zugunsten einer Außendienstfunktion entbehrlich ist. Die in Voerde umgehende und von Dirk Haarmann auch wiedergespiegelte Sorge, dass die nachts unbesetzte Wache der erste Schritt zu deren komplettem Aus sein könnte, erklärt Schmidt für „unbegründet“.

Das Thema Polizeiwache wird morgen auch den Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung“ befassen, in dem alle Voerder Ratsfraktionen vertreten sind.

Zu der Sitzung des Arbeitskreises „Sicherheit und Ordnung“ am Donnerstag, deren schnellstmögliche Einberufung die Wählergemeinschaft Voerde (WGV) vor drei Wochen angesichts der öffentlichen Diskussion um die Polizeiwache in Voerde beantragt hatte, werden auch Vertreter der Polizei erwartet. Diese in das Gremium einzuladen, war Teil des WGV-Antrages. Wie Dezernentin Simone Kaspar gestern auf NRZ-Anfrage mitteilte, werden der Leiter der Direktion „Gefahrenabwehr/Einsatz“, Hans-Georg Schroer, und der Leiter der Voerder Polizeiwache, Uwe Melchers morgen dabei sein.

Mit Sorge schauen auch die Voerder Genossen auf die Überlegungen der Kreispolizeibehörde Wesel, deren Leiter ihr Parteikollege Landrat Dr. Ansgar Müller ist. „So wie es der Landrat aktuell vorsieht, wäre es der Anfang vom Ende der Wache“, befürchtet Voerdes SPD-Fraktionsvize Bastian Lemm. „Und das wollen wir nicht“, fügt der Fraktionsvorsitzende Uwe Goemann hinzu. Die Sozialdemokraten stoßen sich daran, dass der Beamte, der jeweils nachts von der Polizeiwache Voerde abgezogen und im Streifendienst eingesetzt würde, nicht in jedem Fall im Stadtgebiet seine Arbeit verrichten würde. Das aber wäre für die Voerder SPD eine zwingend zu erfüllende Bedingung. „Wenn, dann bitte für Voerde!“, beschreibt Lemm die Haltung der Fraktion: „Dann gäbe es für uns eine Leistungsverbesserung.“

Uwe Goemann mahnt, dass das Sicherheitsgefühl der Menschen bei all den Überlegungen berücksichtigt werden müsse. Angesichts der aktuellen Debatte nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln seien die Pläne für die Polizeiwache Voerde in der jetzigen Form ein „falsches Signal“

Kommentare
11.02.2016
12:19
Voerde: Kein Einstieg in den Ausstieg
von Zeckenbrut | #1

Lieber Polizeidirektor ,

Mit allem Respektuund Hochachtung Ihnen und den Kollegen des Kreises Wesel gegenüber.

Eine Frage habe ich:
Haben Sie...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
NRZ-Leserfest im Ebertbad
Bildgalerie
70 Jahre NRZ
Rumblers Ruhrpott BBQ
Bildgalerie
Oldtimer
Stadtfest
Bildgalerie
DIN Tage
Durchsuchungen in Dinslaken
Bildgalerie
Kriminalität
article
11551033
Voerde: Kein Einstieg in den Ausstieg
Voerde: Kein Einstieg in den Ausstieg
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/voerde-kein-einstieg-in-den-ausstieg-id11551033.html
2016-02-09 23:00
Nachrichten aus Dinslaken, Hünxe und Voerde