Voerde: Haarmann kann auf Mehrheit setzen

Simone Kaspar soll sich in der Verwaltung Voerde auf das Feld Finanzen konzentrieren.
Simone Kaspar soll sich in der Verwaltung Voerde auf das Feld Finanzen konzentrieren.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Voerdes Bürgermeister dürfte seinen Plan, die Kernaufgabe der Dezernentin Kaspar auf das Feld Finanzen zu konzentrieren, durchsetzen können. CDU „nicht glücklich“

Voerde..  Mit der von Bürgermeister Dirk Haarmann angestrebten Umstrukturierung der Verwaltung und den damit einhergehenden Veränderungen für Dezernentin Simone Kaspar ist die CDU „nicht glücklich“. Das erklärte Stadtverbandsvorsitzender und Ratsherr Bernd Altmeppen gestern im Gespräch mit der NRZ. Die CDU hätte Kaspar gewünscht, dass sie die „Früchte ihrer Arbeit“ selbst hätte ernten können. Die Dezernentin habe die „Schullandschaft renoviert“, Voerde sei im Asylbereich besser aufgestellt als andere Kommunen, bewertet Altmeppen die Bilanz Kaspars, die die CDU 2014 als Bürgermeisterkandidatin und Kontrahentin Haarmanns ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus geschickt und einige Jahre zuvor als Dezernentin nach Voerde geholt hatte.

Veränderung soll ab 1. August gelten

Der Bürgermeister möchte, dass sich Kaspar künftig auf das bedeutende Feld Finanzen konzentriert, das bislang neben den Themen „Schulen, Soziales und Jugend“, „Sport und Kultur“ sowie „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ zu ihren Kernaufgaben gehörte. Um ihr Freiräume zu schaffen und sie zu entlasten, argumentiert Haarmann, soll die Dezernentin die Bereiche „Schulen, Soziales und Jugend“, „Sport und Kultur“ abgeben. All diese Kernaufgaben würden in die Zuständigkeit des Bürgermeisters übergehen – zusammengefasst unter nur einem Dach, dem Fachbereich 2 „Bildung, Soziales, Jugend, Sport und Kultur“, und untergliedert in Fachdienste (die NRZ berichtete). Den veränderten Zuschnitt begründet Haarmann mit der „großen inhaltlichen Nähe“ und „engen Verbindung“ des Themas Bildung mit Sport und Kultur. Die Ämterstruktur würde im Zuge der Neuorganisation aufgegeben. Greifen soll die Veränderung bereits zum 1. August.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Altmeppen wirft angesichts der neuen Aufgaben für Haarmann die Frage auf, ob er das alles schaffen kann. „Auch ein Bürgermeister hat nur 24 Stunden am Tag.“ Altmeppen hofft, dass es am Ende nicht zu einem „Qualitätsverlust“ kommen wird. Haarmann, der betont, mit der Arbeit Kaspars zufrieden und mit ihr inhaltlich – etwa beim Thema Schule oder Asyl – immer sehr einig zu sein, traut es sich zu, besagte Themenfelder zu übernehmen. Eben diese hatte er in seiner Zeit als Beigeordneter in Wesel bearbeitet. Zudem setzt er großes Vertrauen in die Führungskräfte und deren Mitarbeiter, die damit im Voerder Rathaus betraut sind.

Wie sich die CDU zu dem Vorstoß des Verwaltungschefs heute zunächst im Haupt- und Finanzausschuss und in einer Woche im Stadtrat positionieren wird, dazu vermochte Stadtverbandschef Altmeppen mit Verweis auf die Fraktionssitzung gestern Abend noch nichts zu sagen. Er geht ohnehin davon aus, dass es kaum eine Chance geben wird, gegen die Pläne Haarmanns zu halten: „Die Mehrheiten im Rat sind so, dass er das durchsetzen kann.“

Haarmann reicht eine einfache Mehrheit. Seine eigene Partei, die SPD, dürfte er geschlossen hinter sich wissen. Auch die Grünen wollen ihm laut Fraktionssprecher Stefan Meiners ihre vier Stimmen geben, da sie der „Argumentationslinie des Bürgermeisters“ folgen können. Von Seiten der Linken kann der Bürgermeister wohl ebenfalls auf volle Unterstützung (zwei Stimmen) hoffen. Vorsitzender Joachim Kinder erklärte gestern, er gehe sehr stark davon aus, dass seine Fraktion diesen Schritt mitträgt.