Voerde: Bronze-Diebe suchen Friedhöfe heim

Heinz Markert am Grab seiner Frau. Unbekannte stahlen die bronzene Vase und die Haube der Lampe.
Heinz Markert am Grab seiner Frau. Unbekannte stahlen die bronzene Vase und die Haube der Lampe.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf der Ruhestätte an der Hindenburgstraße stahlen Unbekannte zunächst einzelne Buchstaben, nun gehören auch Vasen und Lampen zu ihrer Beute.

Voerde..  Für Heinz Markert begann der 8. Juli wie immer in den vergangenen Jahren. Er fuhr zum Waldfriedhof, um auf das Grab seiner verstorbenen Frau frische Blumen zu stellen. Doch an diesem Mittwoch erlebte er eine böse Überraschung. Auf dem Grab fehlte die bronzene Vase, auch die Lampe war nicht mehr da. Auch aus Bronze. Nur der untere Teil war noch da und die weiße Kerze. „Die Glasscherben der Lampe lagen auf dem Grab“, so Markert. Nach dem ersten Schock über diese Tat verständigte der Friedrichsfelder die Polizei, erstattete Anzeige. Es ist nicht der erste Fall von Diebstählen auf dem Friedhof an der Hindenburgstraße.

Buchstaben fehlen

Wer macht so etwas? Diese Frage stellt sich nicht nur Heinz Markert, sondern auch Sabine Tielkes. Schon seit mehreren Wochen komme es auf dem Friedhof zu Diebstählen, berichtet die Inhaberin der Firma Grabmale Tielkes. „Zunächst sind nur einzelne Buchstaben entwendet worden“, sagt sie. Die Spuren der Diebe sind an einigen Grabsteinen nicht zu übersehen: Hier fehlt ein M, ein R und ein N. Nun haben die Diebstähle eine neue Dimension erhalten, nun werden auch Vasen und Lampen gestohlen. Und von einem Grabstein haben die Täter ein Bronze-Kreuz abgerissen. „Es sieht aus, als wenn die Diebe auf Schnelligkeit setzen, sie halten sich nicht lange an einem Grab auf“, erzählt Tielkes. Das Markert-Grab war in der vergangenen Woche nicht das einzige, das die Diebe heimgesucht haben.

„Mir ist eine Lampe aufgefallen, die mitten auf dem Weg lag“, berichtet Heinz Markert über seinen Friedhofbesuch am vergangenen Mittwoch. Er schaute nach und entdeckte, dass auf weiteren Gräbern Lampen und Vasen fehlten. Was den Dieben zu schwer war, ließen sie vermutlich einfach liegen. Man sieht die Spuren von den Diebstahlversuchen, Vasen und Lampen haben sie versucht aus dem Boden zu holen. Auf anderen Gräbern haben die Täter die Gegenstände einfach vom Sockel geschlagen.

Ende April, nachdem sie mehrfach von den Buchstaben-Diebstählen gehört hatte, hängte Sabine Tielkes an den beiden Eingängen Hinweiszettel auf. Darauf warnt sie die Besucher vor den Dieben. Vermutlich, so Tielkes und Markert, sind die Diebe über den Seiteneingang auf den Friedhof gelangt. Hier können sie ihren Wagen leicht abstellen, hier kommt kaum jemand vorbei und es gibt kein Tor.

Ohne Probleme können sie den Friedhof betreten, und die Gräber, an denen in der vergangenen Woche frische Diebstahlspuren zu entdecken waren, liegen in der Nähe dieses Einganges.

Auf 15 bis 20 Gräbern fehlt der Grabschmuck, auf weiteren haben die Diebe versucht, Vasen, die an einem Sockel befestigt sind, mitzunehmen, haben sie dann aber zurückgelassen.

Das Ganze ist für Sabine Tielkes und Heinz Markert unverständlich. Viel Geld bekommen die Diebe nicht. Dagegen ist der Schaden für die Hinterbliebenen, die nun die Buchstaben ersetzen lassen, neue Vasen und Lampen kaufen, weit höher. Der könne, sagt Sabine Tielkes, zwischen 300 und 400 Euro liegen.

Bronzener Grabschmuck ist nicht nur auf dem Waldfriedhof in Voerde gestohlen worden. Wie Daniel Freitag, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, auf Anfrage der NRZ mitteilt, sind in Dinslaken 17 solcher Fälle angezeigt worden. Genauso viele Anzeigen gebe es aus Voerde, fügt er hinzu. Aus Hünxe ist der Polizei bislang kein Bronze-Diebstahl gemeldet worden.

Die Polizei verständigen

Die Ermittlungen laufen, doch gebe es zurzeit keinen konkreten Hinweis. Deshalb, so Daniel Freitag, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, sollten Friedhofsbesucher, die verdächtige Fahrzeuge oder Personen entdecken, die nicht eindeutig einem Grab zuzuordnen sind, die Polizei verständigen. Dann könnten die Personalien und der Grund, warum sich diese Personen auf dem Friedhof befinden, festgestellt werden.

Wenn jemand selbst Opfer geworden ist, sollte das bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden. Ob Vandalismus oder Diebstahl, so Daniel Freitag, man sollte sich nicht scheuen, zur Polizei zu gehen.