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Voerdal: Es kann weitergehen

28.06.2012 | 21:24 Uhr
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Voerdal: Es kann weitergehen
Voerdal Aluminium. Foto: Heinz Kunkel, WAZ FotoPool

Voerde.   Aufatmen gestern bei Voerdal: Der Gläubigerausschuss hat in seiner Sitzung am Vortag in Düsseldorf die weitere Fortführung der insolventen Alu-Hütte über die zuletzt geltende Frist 1. Juli hinaus beschlossen. Die Gießerei soll bis 1. August an Aleris gehen. Hoffnung gibt es auch für andere Bereiche.

Aufatmen gestern bei Voerdal: Der Gläubigerausschuss hat in seiner Sitzung am Vortag in Düsseldorf die weitere Fortführung der insolventen Alu-Hütte über die zuletzt geltende Frist 1. Juli hinaus beschlossen. Der vorläufige Sachwalter Dr. Frank Kebekus, der die Beschäftigten gestern in zwei Belegschaftsversammlungen über den neuesten Stand der Dinge informierte, geht davon aus, dass der Betrieb zumindest bis Jahresende weiterlaufen kann. Als formelle Frist gilt nun zunächst die erste Gläubigerversammlung, die nach der offiziellen Insolvenzeröffnung am 1. Juli ansteht. Der vorläufige Sachwalter rechnet damit, dass der Termin Ende August/Anfang September stattfinden wird.

Mit Verkauf wären 130 Arbeitsplätze gesichert

Die Entscheidung für den vorläufigen Weiterbetrieb war nicht die einzige gute Nachricht, die Kebekus den Beschäftigten von Voerdal gestern mitteilen konnte. Der Insolvenzexperte äußerte sich im anschließenden Gespräch mit der Presse zuversichtlich, dass die aufschiebenden Bedingungen, unter denen der mit einem Investor geschlossene Vertrag über den Verkauf der Gießerei steht, bald nach der offiziellen Insolvenzeröffnung erfüllt sind und der Unternehmensbereich spätestens mit Wirkung zum 1. August an den Käufer übertragen werden kann. Bei dem Investor handelt es sich um Aleris – einen Hauptkunden der Alu-Hütte in Emmelsum. Laut Kebekus verkauft Voerdal etwa 70 Prozent des Aluminiums an das Unternehmen mit Sitz in Koblenz. Mit dem Verkauf an Aleris könnten bei Voerdal – das Unternehmen hat 410 Beschäftigte – etwa 130 Arbeitsplätze gesichert werden. Alle Beschäftigten, die der Gießerei zuzuordnen sind, sollen auf Basis ihres jetzigen Arbeitsvertrages zu Aleris übergehen. Wer dies sein wird, darüber sollen die Mitarbeiter in den ersten beiden Juli-Wochen informiert werden, wie Betriebsratschef Daniel Schwermer ankündigte.

Auch für die übrigen Unternehmensbereiche Anodenfabrik und Elektrolyse wird nach Möglichkeiten einer Weiterführung gesucht. Verhandelt wird mit einem international tätigen Rohstoffproduzenten, auf den sich der Gläubigerausschuss als potenziellem Investor geeinigt habe, wie Kebekus erklärte. Der Interessent wolle namentlich noch nicht genannt werden.

Betriebsratschef Daniel Schwermer äußerte sich erleichtert, dass es erst einmal weiter geht. Angesichts der Rahmenbedingungen sei es „nicht so einfach“, einen Investor zu finden. „Der Aluminiumpreis zurzeit spielt uns nicht in die Hände“, nannte Kebekus einen Aspekt. Dazu kommen die hohen Stromkosten, unter denen energieintensive Unternehmen wie Voerdal ächzen. Der Investor werde sich anschauen, wie sich all dies entwickelt. Kebekus appellierte an die Politik, sich für mögliche Hilfen einzusetzen: etwa für die Abschaltprämie oder Freigabe des von der EU gesperrten, millionenschweren Sonderpaketes für die Aluminium-Hütten in Deutschland.

Petra Keßler

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