Viele leiden bereits seit Jahren

Dinslaken..  Sie kommen mit verbrannter und vernarbter Haut, entzündeten Knochen und grotesk verdrehten Gliedmaßen. Leiden wie diese sieht man hierzulande fast nie oder nicht in diesem Ausmaß. Sonntagmorgen sind die angolanischen Mädchen und Jungen des 57. Angola-Hilfseinsatzes am Düsseldorfer Flughafen gelandet. Das Friedensdorf ermöglicht ihnen, was in ihrer Heimat unmöglich ist: eine medizinische Behandlung.

Viele von ihnen leiden bereits seit Monaten, gar Jahren, manche seit ihrer Geburt. Erst am vergangenen Freitag waren mit dem gleichen Flugzeug diejenigen Kinder in ihre Heimat zurückgekehrt, deren Behandlungen abgeschlossen sind. Mit ihnen sind rund fünf Tonnen Hilfsgüter nach Angola gelangt. Damit Friedensdorf International hilft, ist die Ursache einer Verletzung unwesentlich. Ob es eine der noch millionenfach im Boden schlummernden Minen war oder ein Alltagsunfall, spielt keine Rolle für die Zu- oder Absage. Vielmehr geht es darum, dass eine Behandlung in Deutschland Aussicht auf Erfolg hat. Zudem müssen Kliniken kostenfreie Behandlungsplätze zur Verfügung stellen.

Dass der Bedarf 13 Jahre nach Bürgerkriegsende in Angola noch da ist, musste das Friedensdorf-Team auch dieses Mal wieder feststellen. Nicht dass es in der Hauptstadt Luanda keine einzige Klinik gäbe. Aber wer dort Hilfe sucht, muss bezahlen. Das nötige Geld fehlt jedoch dem Großteil der Bevölkerung.

Wie weit die Schere zwischen Arm und Reich auseinanderklafft, wurde den Friedensdorf-Mitarbeitern bei einem Besuch der Provinz Bengo deutlich. Durch die kurzfristige Verschiebung des Charterfluges hatten sie die Möglichkeit, einen Blick über die Grenzen der Metropole Luanda hinauszuwerfen. Was sich ihnen zeigte, war bittere Armut. Einige der Menschen sind Opfer des Baubooms in Luanda. Sie wurden zwangsumgesiedelt. Für sie sind Arbeitsplätze in der Hauptstadt ebenso unerreichbar wie Krankenhäuser.