Untersuchung entlastet Stadtwerke
17.11.2011 | 17:44 Uhr 2011-11-17T17:44:00+0100
Dinslaken.Unter Haus- und Wohnungseigentümern in Dinslaken ist das Thema Wasserrohrbrüche allgegenwärtig. Kaum jemand, der selbst oder in näherer Umgebung nicht schon mit nassen Wänden, Räumen oder Kellern konfrontiert wurde.
Und für viele steht fest, dass in Dinslaken solche „Lochfraß-Fälle“ (Lochkorrosion) besonders häufig auftreten. Während sich auch die Politik des Themas nicht mehr verschließen kann und jetzt zuerst herausfinden will, ob denn Dinslakener Wasserrohre aus Kupfer besonders häufig „brechen“, sind die Stadtwerke schon einen Schritt weiter. Mit einer Untersuchung wollen sie der These begegnen, dass die Nanofiltrationsanlage schuld ist.
Neue und alte Rohre untersucht
Die Stadtwerke haben das angesehene IWW Rheinisch-Westfälische Institut für Wasserforschung aus Mülheim beauftragt, herauszufinden, ob das durch Nanofiltration gereinigte Wasser dafür verantwortlich sein kann. Nein, lautet das Ergebnis in Kurzform.
Im Detail haben die Stadtwerke 20 Kupferrohre untersuchen lassen, die nach Inbetriebnahme der Nanofiltrationsanlage im Sommer 2009 undicht geworden waren. Obwohl die Nanofiltration ein technisches Verfahren zur Wasseraufbereitung ist, bei dem unter anderem die korrosionsfördernden Stoffe Sulfat und Nitrat herausgefiltert werden, kursiert die These, dass das nanofiltrierte Wasser gewissermaßen löcherstopfende Ablagerungen herauswäscht und die Rohre dann undicht werden.
Parallel zu den aktuellen Rohren wurden Leitungen untersucht, die bereits vor der Inbetriebnahme der Nanofiltration undicht geworden waren. Alle Rohre wiesen die Schäden ausschließlich an Stellen auf, die bei der Installation großer Hitze ausgesetzt waren (Warmbiegen, Hartlöten). Betroffen waren vor allem kleine Nennweiten bis 28 x 1,5 mm, bei denen das Hartlöten seit 1996 nicht mehr zulässig ist, eben weil in den erhitzten Bereichen die Gefahr der Lochkorrosion besonders groß ist. Werden Rohre warm gebogen, anstatt etwa einen Winkel anzubauen (Fitting), wird in den gestreckten Bereichen das Material dünner (Überdehnung), das Rohr könnte dort schneller ein Loch bekommen.
Auch beim Vergleich der Korrosionszustände kommt das IWW zu dem Schluss, dass keine nennenswerten Unterschiede festzustellen sind, alte und neue Leitungen wiesen die gleichen typischen Merkmale der Kupferlochkorrosion auf. Zuletzt gab es auch keinen Hinweis darauf, dass zugesetzte Löcher ausgewaschen werden und dann weiter wachsen.
Unter dem Strich dürfte das Ergebnis nicht nur bei den Stadtwerken, sondern auch in der Politik für Erleichterung sorgen. Denn die politische Zurückhaltung hinsichtlich des Themas dürfte unter anderem durch die Befürchtung zu erklären sein, dass die „eigenen“ Stadtwerke verantwortlich sein könnten. Jetzt könnte die Ursachenforschung für die häufigen Rohrbrüche engagierter betrieben werden. Denn wenn, so das IWW, „die Änderung der Wasserbeschaffenheit als maßgebliche Ursache nicht bestätigt werden kann“, bleibt weiter die Frage offen: Woran liegt es?
Ansätze könnten sein, dass vier der untersuchten Rohre noch hartgelötet wurden, als das Verfahren bereits unzulässig war, und dass warmgebogene Rohre eingebaut wurden.
07:23
... dass die Studie das erbracht hat, was rauskommen sollte / musste. Schade, dass (nicht nur) meine bisherigen vier Wasserschäden allesamt bei Rohren MIT Fittings aufgetreten sind. Merkwürdig auch, dass in der nahen und etwas entfernteren Umgebung so gut wie KEIN Nachbar von Lecks in Leitungen verschont worden ist. Alles wirklich nur Zufall ? Wenn wirklich Interesse an Aufklärung vorhanden wäre, müssten nur die Versicherungen befragt werden, dann käme die regionale Häufung zumindest zum Vorschein.