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Versorgung

Und friedlich raucht der Schornstein

08.02.2012 | 18:01 Uhr
Und friedlich raucht der Schornstein
Die Stadtwerke Dinslaken sehen trotz Spitzenleistungen die stabile Versorgung nicht gefährdet. Die Heizungen können weiter der Kälte trotzen. Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

Dinslaken.   Trotz der anhaltenden Kältewelle ist bei den Stadtwerken und Fernwärmeversorgung Niederrhein alles im grünen Bereich: „Die Versorgung in den Bereichen Strom, Gas und Fernwärme läuft aus unserer Sicht sehr stabil“.

So fasst Pressesprecher Wolfgang Kammann die Lage zusammen. Zwar gebe es die angesichts der momentanen Temperaturen zu erwartenden „Spitzen“, größere Komplikationen seien dadurch aber noch keine entstanden. Das ist selbst im Kreis Wesel keineswegs normal: Erst am Montag war in Neukirchen-Vluyn die Fernwärme für drei Stunden ausgefallen, weil eine Leitung zu einem Druckbegrenzer eingefroren war. 800 Häuser blieben kalt. Vorfälle wie dieser sind sowohl den Stadtwerken Dinslaken als auch ihren Kunden bislang erspart geblieben. Kleinere Probleme mit der Fernwärme seien laut Kammann umgehend behoben worden. Sowohl bei den Stadtwerken als auch bei Privathaushalten sei es von Vorteil, dass die Anlagen jahreszeitlich bedingt bereits hochgefahren waren. Heißt: Man war auf den Winter eingestellt, als er kam. Ob die eine oder andere private Heizungsanlage ausgefallen ist, weiß Kammann natürlich nicht.

Schäden noch nicht absehbar

Für die Stadtwerke komme indes hinzu, dass man technologisch gut und modern aufgestellt sei. Insbesondere beim Ausbau der Netze sei es für den einen oder anderen Bürger nicht immer leicht hinnehmbar, wenn die Stadtwerke Rohre verlegten. Nun zeige sich aber, was Versorgungssicherheit dank ausreichender Kapazitäten bedeute. Aufgrund der Wetterlage ruhen derzeit alle Außenbaustellen der Stadtwerke.

Was mögliche Folgeschäden betrifft, könne man aber noch keine Aussage treffen. Seien etwa Leitungen durch Frost beschädigt worden, werde dies häufig erst bemerkt, wenn das Tauwetter einsetzt und das Eis schmilzt. Da der Boden wegen der schon länger anhaltenden Kälte bis in tiefere Lagen gefroren ist, kann es bei Plus-Graden durchaus auch noch länger dauern, bis Schäden bemerkt und dann behoben werden können.

Verbrauch steigt sprunghaft an

Aufgrund des relativ milden Januars liegt der Gesamtverbrauch bei den Stadtwerken laut Kammann trotz der kalten Februartage noch unter den Werten des Vorjahres. Einer der kältesten Tage in 2012 war der 6. Februar mit einer Tagesdurchschnittstemperatur von -7 Grad Celsius (minimale Außentemperatur bei –11 Grad Celsius). Die höchste Gesamtwärmeabgabe bei der Fernwärmeversorgung an diesem Tag betrug 5 980 Megawattstunden (MWh). Im Vergleich dazu betrug die Gesamtabgabe am 23. Januar (Tagesdurchschnitt 4,83 Grad Celsius) 3 824 MWh.

Ähnlich stelle sich der Verbrauch der Kunden beim Erdgas dar. So betrug die bezogene Erdgastagesmenge am 6. Februar 193 820 Normkubikmeter, am mittelmäßig kalten 23. Januar waren es dagegen nur 115 000 Kubikmeter.

Auch beim Stadtwerkebad Dinamare wirke sich die aktuelle Kältewelle laut Kammann noch nicht dramatisch aus. Zwar steige der Energieverbrauch während der kälteren Phase etwas an, die moderne Wärmedämmung und der Einsatz neuer Technologien wirkten sich aber hier spürbar positiv aus.

Winter in Dinslaken: Streusalz-Lager voll, vereinzelte Schäden

Da die Kälteperiode weitgehend trocken ist, musste in diesem Jahr der Din-Service erst viermal der Straßenglätte zu Leibe rücken. Entsprechende Streusalz-Rückstände sind derzeit als weißes Pulver auf Straßen, vor allem aber auf Geh- und Radwegen zu sehen. „An den entsprechenden Stellen können wir dann beim nächsten Einsatz sparsamer streuen“, sagt Thomas Pieperhoff (Stadt Dinslaken). Anders als in den vorangegangenen Wintern sieht es derzeit also nicht danach aus, als würde der Stadt Dinslaken das Streusalz ausgehen: „Die Lager sind noch entsprechend gefüllt“, so Pieperhoff.

Wegen Frostschäden mussten die technischen Anlagen in der (bis auf den Boxverein) leer stehenden Glückaufschule in Lohberg abgeschaltet werden.

Zwei kleinere Schäden meldet die Stadtverwaltung aus zwei Kindertagesstätten, in denen Leitungen eingefroren waren. Die zu befürchtenden Schäden, die der Frost im Straßenbelag anrichtet, werden erst im Frühjahr offenbar.

Ralf Kubbernuß

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