Übernahme war ein Glücksfall

Ende Mai 2014 wurde die gute Nachricht für die Beschäftiigten der Alu-Hütte verkündet.
Ende Mai 2014 wurde die gute Nachricht für die Beschäftiigten der Alu-Hütte verkündet.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Seit einem Jahr gehört die Aluminiumhütte in Voerde zum Trimet-Konzern. Jetzt kann man positiv in die Zukunft schauen.

Voerde..  Vor einem Jahr kam für die Mitarbeiter der Aluminiumhütte in Voerde die gute Nachricht. Mit dem Essener Unternehmen Trimet hatte sich ein neuer Eigentümer gefunden, der den in der Insolvenz befindlichen Betrieb übernimmt. Schon damals kam Hoffnung auf ruhigere Zeiten bei den rund 280 Mitarbeitern auf. Seit 2012 befand sich die Hütte in der Insolvenz, bangten die Mitarbeiter um ihre Jobs.

Jetzt könne man positiv in die Zukunft schauen, sagt Betriebsratsvorsitzender Daniel Schwermer im Gespräch mit der NRZ. Krisen habe man in den vergangenen Jahren durchgemacht, schwierige Situationen durchlebt. „Trimet ist für die Aluminiumhütte ein Glücksfall“, meint Schwermer. Dank der Übernahme vor einem Jahr hätten die Mitarbeiter nun Sicherheit bekommen. Es gibt eine Orientierung, man lebt nicht mehr von heute auf morgen, so der Betriebsratsvorsitzende. Bei der Integration in ein anderes Unternehme gebe es immer Probleme, sie seien aber kleinerer Natur und nicht existenziell. Das Geschäft hänge von vielen Faktoren ab, vom Strompreis, von den Börsenkursen. Aber der Standort Voerde habe eine Perspektive und Planungssicherheit.

Durch die Übernahmen habe sich auch der Umgang mit der neuen Geschäftsführung verändert. „Die Mitarbeiter werden nicht als Kostenfaktor gesehen, sondern als Vermögen“, beschreibt Schwermer die derzeitige Situation. Sie werden zwar gefordert, aber man halte zu ihnen, sie werden auch geschützt.

Jetzt sei man im Tagesgeschäft angelangt. Kleinere Hürde sind zu nehmen. So waren die Mitarbeiter der Aluminiumhütte über 40 Jahre bei der IG Metall. Andere Trimet-Werke gehören zur Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie. Deshalb fand zum Jahresanfang der Wechsel statt. Bestehen bleibt nach Auskunft von Schwermer bis zum 31. Dezember 2017 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.Und es gilt ein Haustarif, der sich am Flächentarifvertrag orientiert. Nach einem Jahr unter dem Trimet-Dach sei der Standort Voerde ein „vollwertiges Mitglied der Trimet-Familie“, betont Schwermer.

Das im Mai 2012 eröffnete Insolvenzverfahren sei immer noch nicht beendet, so Schwermer. Das Verfahren befindet sich in einem fortgeschrittenen Bearbeitungsstadium“, fügt er hinzu. Trimet beschäftigt insgesamt 2900 Mitarbeiter und hat sechs Standorte in Deutschland und zwei Standorte in Frankreich. Insgesamt werden pro Jahr 700000 Tonnen Aluminiumprodukte hergestellt.

In diesem Jahr besteht das Unternehmen Trimet seit 30 Jahren. Das Familienunternehmen hat sich von einem Metallhandel zum Aluminiumproduzenten weiterentwickelt. 1994 kaufte man eine Alumiunhütte in Essen, 2007 wurde ein stillgelegtes Werk in Hamburg wieder in Betrieb genommen.