Überfall auf Dinslakener Wettbüro vor Gericht

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Was wir bereits wissen
Weil der Angeklagte wirre Aussagen machte, soll er von einem Gutachter untersucht werden. Die Verhandlung wurde vertragt.

Dinslaken..  Wegen räuberischer Erpressung sollte sich der 40-jährige Angeklagte vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legte ihm zu Last, am 13. Oktober 2014 den Versuch unternommen zu haben, das Wettbüro an der Friedrich-Ebert-Straße in Dinslaken zu überfallen. Maskiert und mit einer Softair-Pistole bewaffnet, hätte der Angeklagte einen Angestellten des Wettbüros bedroht. Als er diesen mit Kabelbindern fesseln wollte und dazu seine Waffe aus der Hand legte, nutzte der Angestellte die Gunst der Stunde und es gelang ihm, den Täter aus dem Laden zu vertreiben und zur Flucht zu bewegen. Zugleich sollte sich der Angeklagte für eine zweite Tat nach gleichem Schema verantworten, bei der es ihm allerdings gelungen war, 3000 Euro zu erbeuten.

Als sich der 40-Jährige auf der Anklagebank dann zum ersten Mal zum Fall äußerte, staunten Staatsanwältin und Richter nicht schlecht. Denn seine Einlassung bestand aus einem recht konfusen Gewirr aus verschiedenen Aussagen, die augenscheinlich nichts mit der Tat in Dinslaken zu tun hatten. Er sei von Rockerbanden bedroht worden. Man hätte ihm 2012 einen Mikrochip in den Nacken eingepflanzt und ihn 2013 sogar angeschossen. „Außerdem wollen die mich zu einem Transvestiten machen“, gab der Mann an.

Taten abgestritten

„Ist das jetzt wirklich sein ernst?“, fragte die Staatsanwältin den Verteidiger des Angeklagten. Auch dieser war nicht davon ausgegangen, dass sein Mandant derartig konfuse Sachverhalte zu Gehör bringen könnte. Die ihm zur Last gelegten Taten stritt der Beschuldigte ab. Obwohl, wie ihm der Richter vorhielt, an mehreren Gegenständen, die der Täter am Tatort zurückgelassen hatte, seine DNA gefunden wurde. „Das kann ich mir nicht erklären“, sagte der Angeklagte.

Der Vorsitzende ordnete an, dass der Angeklagte, der sich bereits in Haft befindet, von einem Gutachter untersucht werden soll, um seinen Geisteszustand beurteilen zu können. Erst wenn das erfolgt ist, wird es einen neuen Termin vor dem Amtsgericht geben.