Trendsetter Beethoven

Das Berolina Ensemble ist neugierig auf Kammermusik fast vergessener Komponisten.
Das Berolina Ensemble ist neugierig auf Kammermusik fast vergessener Komponisten.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Das Echo-preisgekrönte Berolina Ensemble komplettiert das Fantastival in der „Jungen Sommernacht der Klassik“. Auftritt am 25. Juni.

Dinslaken..  Ohne Beethoven geht es nicht. Die bekannten Namen der Klassik locken das Publikum in die Konzertsäle und das völlig zu Recht. Aber gerade in der Musik des 19. Jahrhunderts gibt es noch viel (wieder-) zu entdecken. David Gorol gehört zu jenen jungen Musikern, die nach den Namen abseits des bekannten Repertoires suchen und mit kammermusikalischen Wiederentdeckungen für Furore sorgen. 2009 gründete der Geiger das Berolina Ensemble. 2014 erhielt es für seine Einspielung von Werken Heinrich Hoffmanns, einem der erfolgreichsten Komponisten des deutschen Kaiserreichs, den Echo Klassik als Ensemble/Orchester des Jahres. Am Donnerstag, 25. Juni, um 20 Uhr präsentieren die Stadtwerke Dinslaken das Berolina Ensemble in der „Jungen Sommernacht der Klassik“ im Rahmen des Fantastival im Burginnenhof. Für Kontrabassist Rolf Jansen übrigens fast ein Heimspiel. Er wurde 1980 in Wesel geboren.

„Für viele ist er ohnehin der Größte“, sagt David Gorol über Beethoven Das Programm der „Jungen Sommernacht der Klassik“ werde zum Dokument seiner Rolle als „Trendsetter“ in der Kammermusik.

Beethovens Septett für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Klarinette, Horn und Fagott verhalf dem Bonner zum endgültigen Durchbruch und ist bis heute eines seiner beliebtesten Werke. Kein Wunder also, dass viele Bewunderer ihm nacheiferten. Zwei von ihnen wird man am 25. Juni im Burginnenhof hören.

Wiederentdeckt

Denn das Berolina Ensemble begibt sich weiter auf die Suche nach spätklassischen und romantischen Komponisten, die heute in Vergessenheit geraten sind und die es wiederzuentdecken lohnt. Mit dieser Arbeit bereichert das Ensemble nicht nur sein Wissen, es ebnet den Weg, wundervolle Musik für sich sprechen zu lassen.

Einer von ihnen ist Adolphe Blanc (1828-1885). Auch er gab seinem Vorbild Beethoven die Ehre und schrieb ein Werk in derselben, bis dahin nie da gewesenen Besetzung, das mit dem Prix Chartier ausgezeichnet wurde.

Andere wiederum wurden mit der nicht gerade leichten Aufgabe betraut, etwas „dazu passendes“ zu komponieren: Carl August Nielsens Beitrag dazu ist die „Serenata in vano“. Allein im Titel mischt sich Ehrfurcht mit der Gewissheit, neben diesem Werk höchstens mit Witz kokettieren zu können. Was Ludwig dazu sagen würde? Ihm war der Hype um sein Septett am Ende seines Lebens zuwider, typisch Trendsetter eben.

Abgerundet wird das Programm der „Jungen Sommernacht der Klassik“ mit Franz Hasenöhrls Bearbeitung von Richard Strauss‘ Tondichtung „Till Eulenspiegel“.

Dr. Thomas Götz, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken, freut sich schon auf das junge Ensemble: „Wie auch in den letzten Jahren machen wir das Format ‚Junge Sommernacht der Klassik‘ im Rahmen des Fantastival zu unserem Anliegen und freuen uns, dass wir mit dem Berolina Ensemble nicht nur ein herausragendes Orchester, sondern das ,Ensemble des Jahres’ präsentieren können, von dem die Welt sicherlich noch viel hören wird.“

Tickets sind für 25 Euro zzgl. Verkaufsgebühr an allen bekannten VVK-Stellen und über www.fantastival.de erhältlich.

Weitere Infos: www.fantastival.de sowie auf der Facebook-Seite www.facebook.com/FANTASTIVAl.