Training für Körper und Seele

Dinslaken..  Bereits seit 1966 bietet die Reha Aktiv Gruppe der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Dinslaken zahlreiche Sportkurse an, bei denen der Spaßfaktor sowie individuelle Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Neumitglieder sind ebenso willkommen wie zwei weitere Übungsleiter.

Als am Donnerstagabend in der Turnhalle der Ernst-Barlach-Gesamtschule rhythmische Lautsprechermusik erschallt, versammeln sich die etwa 20 Teilnehmer in einem großen Kreis. Es ist das Zeichen für das Aufwärmprogramm. Von nun an wird sich gedehnt, gestreckt, geschüttelt – wie man es aus einem Sportverein kennt. Nur mit dem Unterschied, dass hier auf individuelle Gesundheitszustände besonders Rücksicht genommen wird: „Hier macht jeder so mit, wie er es gerade kann und mag“, sagt Ulrike Wiedemann, zweite Vorsitzende bei der Reha Aktiv Gruppe der BSG Dinslaken. Seit 20 Jahren engagiert sie sich für den Verein.

Während bei der Hockergymnastik alle Bewegungen im Sitzen ausgeführt werden und es in erster Linie um das Trainieren der Koordination und Reaktionsfähigkeit geht, wird beim Kurs „Bewegung im Laufen und Stehen“ vor allem auch die Kondition gefördert.

Jeden Donnerstag finden die Sporteinheiten in der Dinslakener Turnhalle statt – immer gleichzeitig, in einem voneinander abgetrennten Hallenbereich. Doch dieses Angebot ist nicht alles: Zusammen mit zwei weiteren Kursleiterinnen sowie zwei Praktikantinnen bietet Wiedemann in Dinslaken, Voerde und Hünxe verschiedene Übungseinheiten an. Von Wassergymnastik und Schwimmen über Rehasport bis hin zu Senioren- oder Behindertensport. Zwischen 30 und 90 Jahre sind die Teilnehmer alt. Oberste Priorität habe stets der Spaß an der Bewegung, betont Wiedemann. Gute Laune und kleinere Blödeleien seien ausdrücklich erwünscht.

Auch ihre Tochter Kira nimmt an den Kursangeboten regelmäßig teil. Die 17-Jährige absolviert ein einjähriges Praktikum, das im Sommer endet. „Danach möchte ich hier auch als Übungsleiterin anfangen“, so ihr Ziel. „Der Rehasport ist einfach ein sehr spannender und vielfältiger Bereich. Außerdem liebe ich es, mit Menschen zusammenzuarbeiten und ihnen helfen zu können“. Um die nötige Lizenz zu bekommen, macht sie ihren Übungsleiterschein mit Spezialisierung auf Orthopädie.

Über 200 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Rund 90 davon nutzen aufgrund einer ärztlichen Rehasportverordnung die Angebote. Auch die psychosozialen Wirkungen des Sports sind von großer Bedeutung: „Die Stärkung des Selbstbewusstseins sowie die Knüpfung sozialer Kontakte“ betont Wiedemann. Alle Kurse können ohne Voranmeldung besucht werden, außer die Wassergymnastik. Hier ist die Warteliste so lang, dass man sich über zwei weitere Übungsleiter freuen würde. Diese müssten in Besitz eines Übungsleiterscheins für Rehasport sein und im Idealfall einen Rettungsschwimmerschein vorweisen.