Traber bleiben vorerst im Stall
21.07.2009 | 17:36 Uhr 2009-07-21T17:36:00+0200
Nächstes Montags-Rennen abgesagt. Bürgermeisterin sieht in Insolvenz-Antrag zurzeit „die einzige Alternative”.
Dinslaken. Zwischen Verzweifelung, Ernüchterung und Hoffnung schwanken die Ansichten zum Insolvenz-Antrag des Dinslakener Trabrennvereins (Dintrab). Den Antrag hat der Verein gestern beim Amtsgericht Duisburg gestellt, weil wegen der fälligen Steuerforderung von rund drei Millionen Euro die Zahlungsunfähigkeit droht (die NRZ berichtete). „Es ist unerträglich, dass ein Traditionsverein wie der Dintrab durch eine Forderung Insolvenz anmelden muss, deren Rechtfertigung letztlich noch nicht entschieden ist”, gab Vorsitzender Theo Lettgen (Foto) die Stimmung im Vorstand wieder.
Der Rennbetrieb am Bärenkamp ruht vorerst. Wie Lettgen auf Anfrage erklärte, wurden die für kommenden Montag geplanten Rennen abgesagt. Der Dintrab-Chef hofft, dass die Pferde am 10. August wieder ins Rennen gehen.
Lob für Finanzamtschef
Auch Bürgermeisterin Sabine Weiss bezeichnete den Insolvenz-Antrag gestern als „bedauerlich”; in der gegenwärtigen Situation sei er allerdings „die einzige Alternative”. Allen Beteiligten sei klar, dass die Steuerforderungen von drei Millionen Euro in der Sache nicht richtig seien; dennoch seien bislang alle Wege gescheitert, den Verein von der gerichtlich festgelegten Zahlung schnell zu befreien.
In diesem Zusammenhang lobte Weiss das Dinslakener Finanzamt: „Amtsvorsteher Paul-Gerhard Schraa hat sich äußerst kooperativ gezeigt, aber auch ihm sind die Hände gebunden.” Hier hätte höchstens NRW-Finanzminister Helmut Linssen eingreifen können, so die Bürgermeisterin. Aber auch von dort habe es auf den Brief der Stadt hin bis jetzt kein Signal gegeben, dass man für den Trabrennverein einer Sonderlösung zustimmen werde. Weiss: „In dieser Situation könnte die Insolvenz letzten Endes zu einem neuen, geordneten Anfang führen.”
Hoffen auf den Minister
Lettgen sieht die Situation etwas anders: „Das Urteil des Bundesfinanzhofs traf den Verein, als über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren Strukturen geschaffen worden waren, mit deren Umsetzung er hätte langfristig überleben können.” Lettgen hofft weiter auf einen positiven Bescheid der Finanzbehörden über den Antrag des Erlasses der Steuerschuld: „Damit könnte das Insolvenz-Verfahren sofort beendet werden.”
Am Wohl und Wehe des Trabrennvereins hängen immerhin acht festangestellte Beschäftigte, etwa zehn selbstständige Funktionäre und bis zu 100 Aushilfen. „Auch etliche Handwerksbetriebe in Dinslaken und Umgebung sind betroffen”, so Lettgen.
Für das Verkaufs- und Bau-Konzept für einen Teil des Rennbahn-Geländes bedeutet das erst einmal: Es ist auf Eis gelegt. Im September werde sich der Rat erneut mit dem Thema befassen, so die Bürgermeisterin. Mit einem Großteil des Verkaufserlöses sollte Dintrab unter die Arme gegriffen werden. ingens
10:32
Das seh ich auch so. Der Rennverein muß bleiben!
20:07
Es ist schon traurig, nach 55 Jahren einen Rennverein so im Stich zu lassen. Die nun rechtskräftigen Steuerbescheide aus dem Jahren 1995-2003!!! müssen schnell vom Tisch, denn DINTRAB ist ja nicht irgendein Rennverein, sondern zur Zeit rangieren Sie in Deutschland obenauf.