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Justiz

Tödlicher Unfall am Jägerhof - Oberhausener zog in Berufung

08.03.2016 | 23:00 Uhr
Tödlicher Unfall am Jägerhof - Oberhausener zog in Berufung
So sah der Jägerhof seinerzeit aus, mittlerweile hat das Gebäude eine andere Verwendung.Foto: Archiv

Dinslaken/Duisburg.   Der 28-jährige hat das Urteil des Amtsgerichts Dinslaken zum tödlichen Unfall am Jägerhof nicht akzeptiert. Er will einen Freispruch erreichen.

Ein heller Lichtschein, der sich von hinten näherte, das ist so ziemlich das einzige, woran sich ein heute 23 Jahre alter Student aus Dinslaken erinnert, wenn er an die Nacht zum 10. März 2012 zurück denkt. Der helle Lichtschein, das war ein Auto. Es erfasste auf der Brinkstraße ihn und seinen Freund. Der 19-Jährige starb noch am Unfallort. Der 23-Jährige erlitt zahlreiche Knochenbrüche und innere Verletzungen. In zweiter Instanz muss sich das Landgericht Duisburg seit Mittwoch noch einmal mit dem schrecklichen Unfall beschäftigen.

Das Amtsgericht Dinslaken hatte im Mai vergangenen Jahres keinen Zweifel an der Schuld eines 28-jährigen Oberhauseners gehabt. Der mit rund einem Promille alkoholisierte Mann sei mit seinem Fahrzeug aus Richtung Norden kommend von der Kurt-Schumacher-Straße in die Brinkstraße eingebogen und habe dabei die Spur benutzt, die eigentlich für Rechtsabbieger aus der Gegenrichtung vorgesehen ist.

In der Kurve sei sein rund 70 Stundenkilometer schnelles Fahrzeug ins Rutschen gekommen, auf den Gehweg der Brinkstraße gedriftet und habe dort die beiden Fußgänger angefahren. Nach dem Unfall flüchtete der Fahrer zunächst in ein nahe gelegenes Gewerbegebiet, in dem die Firma seiner Eltern liegt, bevor er sich telefonisch bei der Polizei meldete.

13-monatigen Bewährungsstrafe

Wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht verurteilte das Amtsgericht den 28-Jährigen zu einer 13-monatigen Bewährungsstrafe und erteilte ihm ein halbes Jahr Führerscheinsperre. Der Angeklagte zog in die Berufung. Er will einen Freispruch erreichen. Er gibt zu, sich nach einem Grillfest von Zuhause aus noch einmal auf den Weg zu einer Mülheimer Diskothek gemacht zu haben. „Leider Gottes habe ich mich noch einmal ans Steuer gesetzt.“ Er sei auf der B8 Richtung Autobahnauffahrt A3 gefahren. Stur geradeaus. „Dann gab es einen lauten Knall.“ Die Airbags seien losgegangen. „Das Auto war total kaputt. Ich ahnte, das etwas Schlimmes passiert ist.“ In Panik sei er zunächst geflohen.

Gericht
Bewährung nach tödlichem Unfall am Jägerhof Dinslaken

Ein Oberhausener fuhr im März 2012 laut Gericht betrunken zwei 19-Jährige auf dem Gehweg an. Einer starb, der andere ist behindert. Gerichtsurteil.

Nimmt man seine Darstellung ernst, dann müssten sich die beiden Opfer auf der dunklen Fahrbahn befunden haben, ihm mehr oder weniger vor den Wagen gesprungen sein. Zwei Zeugen, die in der Unfallnacht gemeinsam mit den Geschädigten auf der Brinkstraße zum damals als Jugendtreffpunkt bekannten nahe gelegenen „Jägerhof“ unterwegs waren, beteuern allerdings, dass sich die jungen Männer auf der rechten Seite der B 8 auf dem Gehweg befanden. Beide Zeugen waren allerdings erst durch das Aufprallgeräusch aufmerksam geworden.

Zwei weitere Verhandlungstage

Ein Freispruch des Angeklagten wäre für den 23-Jährigen, der seit dem Unfall zu 70 Prozent schwerbehindert ist und bislang 23 Operationen über sich ergehen lassen musste, und für die Eltern des getöteten 19-Jährigen, die als Nebenkläger am Prozess teilnehmen, sicher nur schwer zu ertragen. Doch für eine Verurteilung werden Zeugenaussagen und die Expertisen der Gutachter am Ende entscheidend sein.

In erster Instanz gab es nämlich nur einen Zeugen, der den leichtsinnigen Abbiegevorgang des Angeklagten gesehen haben will. Andere hatten nur schlitternde Reifen gehört. Ein Unfallsachverständiger hielt die dem Urteil zu Grunde liegende Abbiege-Version vor dem Amtsgericht sogar für unmöglich. Und er konnte den Punkt des Zusammenstoßes zwar nicht mehr genau verorten, hielt es anhand der Splitterspuren aber für wahrscheinlicher, dass sich der Aufprall auf der Fahrbahn und nicht auf dem Gehweg ereignet habe.

Für das Verfahren am Landgericht Duisburg sind bis zum 15. März zwei weitere Verhandlungstage vorgesehen.

Bodo Malsch

Kommentare
09.03.2016
20:09
Tödlicher Unfall am Jägerhof - Oberhausener zog in Berufung
von w.ossig | #17

Unfassbar, fährt betrunken Auto, viel zu schnell, falsche Fahrbahn, fährt einen Menschen tot ,ein anderer wird schwer verletzt, Fahrerflucht, bekommt...
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Tödlicher Unfall am Jägerhof - Oberhausener zog in Berufung
Tödlicher Unfall am Jägerhof - Oberhausener zog in Berufung
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/toedlicher-unfall-am-jaegerhof-oberhausener-zog-in-berufung-id11633886.html
2016-03-08 23:00
Prozess,Duisburg,tödlicher UNfall,Dinslaken,Oberhausen
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