TKS-Renten: „Danke, Bruno“

Bruno Schachta informierte an der Trabrennbahn TKS Rentner über mögliche Rentennachforderungen.
Bruno Schachta informierte an der Trabrennbahn TKS Rentner über mögliche Rentennachforderungen.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Mehrere hundert Interessenten informierten sich gestern an der Trabrennbahn beim Verein AUBR über die Musterurteile zur Anpassung der TKS-Werksrenten

Dinslaken..  „Danke Bruno“ - so war die Einladung zur gestrigen Infoveranstaltung des Vereins der Alternativen Unabhängigen Betriebsrentner (AUBR) unterschrieben. Bruno Schachta hatte den Verein gegründet, um vor Gericht eine Anpassung der Werksrenten von ThyssenKrupp Steel zu erstreiten – und zwei Musterverfahren vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht gewonnen. 135 000 ehemalige Beschäftigte können nun auf mehr Geld hoffen. Über das weitere Vorgehen informierten sich gestern mehrere hundert Betroffene an der Trabrennbahn, darunter laut Schachta auch Vertreter von Mannesmann und Hoesch.

„Danke Bruno“ – das sagt auch Klaus-Heinrich Heitwerth aus Voerde aus vollem Herzen. Der 72-Jährige ist einer der beiden Werksrentner, deren Musterverfahren der Verein in Düsseldorf gewonnen hatte. Um die paar hundert Euro sei es ihm dabei nicht gegangen. Sondern ums Prinzip. Darum, dass „man so mit seinen Mitarbeitern nicht umgeht“, sagt er.

48 Jahre habe er bei Thyssen gearbeitet. „Unsere ATH“, unsere August Thyssen Hütte, das habe man damals gesagt und sich auf der sicheren Seite gefühlt. Klaus-Heinrich Heitwerth holt eine alte Taschenuhr aus der Jacke: Die hatte Thyssen seinem Großvater geschenkt: 1915, als Dank für „25 Jahre treue Dienste“. Das ist in den Deckel graviert. Auch Heitwerths Vater war bei Thyssen, hatte die Uhr mit im Krieg, in Russland. Für Klaus-Heinrich Heitwerth ist sie eine Erinnerung – an Vater und Großvater und auch an die Wertschätzung, die man damals erfuhr. Und heute?

„Macht Euch keine Sorgen“, rief Bruno Schachta den Zuhörern zu und zitierte aus dem Geschäftsbericht von TKS: „Laufende Renten des Vorstands werden jährlich gemäß dem Verbraucherpreisindex angepasst.“ Und genau das sei auch das „gute Recht“ der anderen Betriebsrentner. „Erschreckend“ sei, wie mit den ehemaligen Mitarbeitern umgegangen werde, fand Schachta und bezog sich auf die Schreiben, in denen die Firma ihren Ehemaligen 2014 mitgeteilt hatte, dass die Betriebsrenten „vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltend schlechten Wirtschaftslage“ nicht angepasst würden. „Für die Wirtschaftslage können wir doch nichts, die ist eine Folge falscher Management-Entscheidungen“, so Schachta.

Der Düsseldorfer Richter hatte gegen das Urteil keine Revision zugelassen. Da ThyssenKrupp Steel angekündigt hatte, gegen diese Nicht-Zulassung Beschwerde einzulegen und das Urteil daher noch nicht rechtskräftig sei, könnte man auch jetzt noch auf den Zug aufspringen, so der Duisburger Anwalt Harald Mende, der den Verein vertritt. Versprechen könne man allerdings nichts.

Auf jeden Fall aber müsse der Rentner selber tätig werden und entweder privat einen Anwalt beauftragen. Oder die Hilfe des Vereins in Anspruch nehmen. Das ließen sich Viele gestern nicht zweimal sagen. Schachta rechnet mit mehreren hundert Vereinsbeitritten.