The Rumours aus Dinslaken zieht es nach China
18.07.2011 | 14:26 Uhr 2011-07-18T14:26:00+0200
Dinslaken.Sie kommen aus Dinslaken und können die Vergleiche mit den Strokes nicht mehr hören. The Rumours spielen unprätentiösen, rotzfrechen Rock ‘n’ Roll britischer Bauart made am Niederrhein. Ein Geheimtipp hierzulande. Und in China. Noch.
2006 gründeten die Schulfreunde Sascha Störmann (Gesang), Niels Benninghoff (Gitarre), Dominic Hoffacker (Bass) und Samuel Sanders (Schlagzeug) die Band The Rumours, 2010 erschien das Debüt Album „From the Corner into your ear“. Veröffentlicht beim Duisburger Indie-Label Handmade, gefördert mit Bundesmitteln von der Initiative Musik.
Mit dem BMG Rights Management biss immerhin einer der Großen im Bereich Musikverlag an. Hessischer und Norddeutscher Rundfunk nahmen die zweite Single der Band aus Dinslaken ins feste Programm. Achtungserfolge. Meist spielen The Rumours in den kleineren Clubs der Republik von Flensburg bis Dresden. 100-Zuschauer-Kapazitäten. In China sollen es hundertmal so viel werden.
Headliner bei Open-Air-Konzerten
Erste Anzeichen, dass The Rumours das Zeug haben, international zu punkten, gab es im vergangenen Sommer. Die Jungs organisierten Manager und Labelchef Klaus Litzinger eine Tour durch Dänemark und Schweden. 300 Szenegänger wollten sie in Kopenhagen sehen. Ein Rekord soweit, wenn sie nicht als Support für namhaftere Headliner spielten.
Jetzt sind sie selbst Headliner bei fünf Open-Air-Konzerten in China vor erwarteten 10 bis 20000 Rockfans. Am 31. Juli startet ihr Flugzeug nach Peking. Der Weg dorthin führte von Dinslaken über die Umwege Berlin und Hamburg.
Es ist eine Marketing-Idee, die hinter der Festivalreihe steckt. Eine chinesische Brauereigruppe mit dem wenig landestypischen Namen Cowboy Beers besitzt die chinesischen Lizenzrechte der hanseatischen Marke, die den jährlichen Welt Astra Tag ausrichtet. So etwas wollten die Chinesen auch. Allerdings gleich an fünf Orten. Dreimal in der Provinz sowie in den Millionenstädten Hangzhou und Wenzhou. Acht deutsche Bands waren für die erste Festivaltour dieser Art im Gespräch, aufgespürt von einer Berliner Agenten im Auftrag eines Deutschen, der mit Cowboy Beer zusammenarbeitet. The Rumours wurden dem Agenten von Berlinerin empfohlen, die auf die Live-Qualitäten der Dinslakener aufmerksam wurde. Sie erhielten den Zuschlag.
Tournee in Eigenregie verlängert
Und offensichtlich erreichen die Jungs aus dem hinteren Winkel von Niederrhein und Ruhrgebiet nicht nur die Ohren chinesischer Bierbrauer. Schlagzeuger Samuel Sanders schrieb einfach mal einige Clubs an: wenn man schon in dieser Ecke der Welt ist... Nun verlängern The Rumours ihre Tour in Eigenregie um Auftritte in Hong Kong und Shanghai und Taipeh, dort in „The Wall“ mit einer Kapazität für 1500 Zuschauer. Auch vom Midi Ocean Festival, einem der vier größten Festivals des Landes, liegt eine Zusage vor.
Was die vier Dinslakener in China erwarten wird? „Ich hoffe auf Beatles-ähnliche Zustände, bezweifle es aber“, witzelt Sascha Störmann, der derzeit chinesische Anmoderationen übt, um den Funken zum Publikum leichter überspringen zulassen. „Ni hao“ klappt schon. Das heißt „Hallo, wie geht’s?“
17:20
[...] können die Vergleiche mit den Strokes nicht mehr hören
Kein Wunder, wer so offensichtlich klaut, dem wir der Vergleich in den Schoß gelegt. Inspiration sieht wohl eher anders aus. Sicher nicht schelcht gemacht, aber im Original sicher hörenswerter.