Storchenparadies Spellen

Sieben Störche kämpften zeitweise um dieses Nest. Thorben Zingraf hat’s beobachtet - und fotografiert.
Sieben Störche kämpften zeitweise um dieses Nest. Thorben Zingraf hat’s beobachtet - und fotografiert.
Foto: Thorben Zingraf
Was wir bereits wissen
Erstmals sind alle drei Nisthilfen im Rheindorf belegt – auch das neue Nest am Kindergarten. Teilweise kämpften mehrere Tiere um einen Hochsitz. Am Heegerhof haben sich Stammgäste eingenistet

Voerde..  Spellen entwickelt sich zum Storchenparadies. Erstmals sind alle drei Storchennester im Dorf nicht nur belegt – sondern auch heiß umkämpft. Das belegt auch das Foto, das uns unser Leser Thorben Zingraf im Rahmen des Wettbewerbs um das „NRZ-Leserfoto des Monats April“ zugeschickt hat.

Sieben der imposanten Vögel hätten sich vor eineinhalb Wochen um das Nest in der Nähe des Kindergartens gebalgt, berichtet Thorben Zingraf. Vor einer Woche habe sich dann ein Paar durchgesetzt, das das Domizil mit Rheinblick nun mit Zähnen und Klauen verteidigt.

Im vergangenen Jahr erst hatte die Bürgerinteressengemeinschaft das Nest errichtet, den Korb hatte – wie bei den beiden anderen Nisthilfen auch – der Nabu gebaut. Dass das Nest schon nach so kurzer Zeit angemommen wird „ist außergewöhnlich“, freut sich BIG-Vorsitzender Günter Lehmkuhl. Vielleicht liegt’s am kuscheligen Interieur? Anfang des Jahres hatte die BIG noch ein wenig Nistmaterial nachgelegt, berichtet Günter Lehmkuhl – man hatte sich im Internet schlau gemacht.

Auch auf dem Heegerhof bei Jordans hat ein Storchenpaar das Nest erobert – Stammgäste, wie Stephanie Krüssmann (Kreis Wesel und Stiftung Störche NRW) weiß. Denn die Vögel sind beringt – und haben in dem Nest, das 2012 errichtet wurde, schon mehrfach Nachwuchs großgezogen. Die Weißstörche, erklärt Stephanie Krüssmann, seien weniger monogam als vielmehr standorttreu. Wenn ein Nistplatz sich bewährt habe, wird er gerne im folgenden Jahr wieder genutzt.

Auch in Ork ist der Andrang auf das Storchennest groß. Günter Lehmkuhl, der das Nest von seinem Zuhause sehen kann, berichtet von einem Paar, das das luftige Heim offenbar erobert hat – und einem dritten Storch, der sich zumindest gestern früh wohl noch Hoffnung machte und auf eine Chance lauerte, das Nest zu entern, verjagte.

Was Spellen so anziehend für Weißstörche macht? Die ausgedehnten Wiesen, die Nähe zu Rhein und Mommbach. Hier finden die imposanten Vögel leckere Mäuse und Amphibien. Auch Häuser in der Nähe stören die Eheleute Adebar in ihrer Zweisamkeit nicht unbedingt – im Gegenteil. Der Storch nutzt die Dächer oder Anhöhen gerne als Aussichtsposten auf das Nest, erklärt Stephanie Krüssmann.

Auf menschlichen Besuch stehen die Tiere allerdings nicht, weswegen privater Grund optimal zur Errichtung der Nisthilfen sei – bei aller Neugier sollte man die Tiere in Ruhe lassen.

Vielleicht klappert es ja bald an drei Stellen – und die Spellener können sich auf mehrfachen Storchennachwuchs freuen. Das bewährte Nest auf dem Heegerhof soll schon seit mehreren Wochen in Beschlag sein...