Stadtwerke interessiert an Steag
10.09.2010 | 16:44 Uhr 2010-09-10T16:44:00+0200Dinslaken.Dinslakener Versorgungsunternehmen gehört zu einem Konsortium, das den Kauf von Steag-Anteilen prüft.
Beim örtlichen Energieversorger hält man sich bedeckt zu dem Thema. Man habe sich zur Verschwiegenheit verpflichtet, heißt es an der Gerhard-Malina-Straße. Doch es ist längst klar, dass auch die Stadtwerke Dinslaken GmbH Interesse an Anteilen an der Evonik Steag hat. Das zu 95 Prozent städtische Unternehmen gehört einer Bietergemeinschaft, dem „Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr“, an. Gemeinsam mit teilweise kommunalen Versorgern wie den Stadtwerken Bochum, Essen, Duisburg, Dortmund und der Energieversorgung Oberhausen (EVO) hat man ein „nicht bindendes Angebot“ abgegeben.
Es geht um 51 Prozent der Energie-Erzeugungssparte der Evonik AG. Der Nachfolge-Konzern der alten RAG will sich auf die lukrative Chemie-Sparte konzentrieren und von der Steag trennen, die bekanntlich ihre größten Steinkohle-Kraftwerke in Voerde und Walsum betreibt.
Schon jetzt enge
Bindung bei der Fernwärme
Im Gegensatz zu den Dinslakenern gehen die Duisburger Stadtwerke offensiv mit dem Thema um: Auf ihrer Homepage im Internet veröffentlichten sie bereits Anfang August eine Stellungnahme. Darin heißt es unter anderem, das man derzeit prüfe, „ob es unter unternehmerischen Gesichtspunkte sinnvoll ist, Anteile an der zum Verkauf stehenden Evonik Steag GmbH zu erwerben“.
Das Interesse der Stadtwerke-Unternehmen basiere „auf der starken Verwurzelung der Evonik Steag GmbH in der Region“. Interessant sei zudem die hohe Wertschöpfung aus dem Betrieb von Kraftwerken, einem großen Fernwärmegeschäft sowie den Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien und dem Dienstleistungsgeschäft.
Gerade bei der Fernwärme gibt es schon jetzt enge Bindungen zwischen den Stadtwerken Dinslaken und dem Energie-Sektor der Evonik. An der Fernwärmeversorgung Niederrhein (FN) mit Sitz in Dinslaken (größter Anteilseigner: die hiesigen Stadtwerke) ist die Evonik Fernwärme GmbH maßgeblich beteiligt. Bekanntlich stammt ein Teil der Fernwärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung des Evonik-Kraftwerkes in Walsum. Führende Leute der Evonik Fernwärme GmbH und der Geschäftsführer der Evonik Steag GmbH, Alfred Geißler, sitzen im FN-Aufsichtsrat und im Beirat.
In der südlichen Nachbarschaft wird der Milliarden-Deal, an dem sich die Stadtwerke Duisburg beteiligen wollen, bereits kontrovers diskutiert. Während sich die örtliche SPD dort noch keine abschließende Meinung gebildet hat, hegen die Grünen „allergrößte Bedenken, was den Kauf dieses Pakets betrifft“. Sie stoßen sich vor allem daran, „alte Kohlekraftwerke teuer zu kaufen, wenn man in der Stadt erklärtermaßen erneuerbare Energie vorantreiben“ wolle.
Auch bei den Dinslakener Stadtwerken wird man sich in nächster Zeit mit dem Thema auseinandersetzen. Dem Vernehmen nach soll innerhalb des Konsortiums Rhein-Ruhr in den nächsten Wochen eine Entscheidung fallen.
Dass die Stadtwerke Dinslaken sich auch auf großen Kraftwerks-Baustellen auskennen, belegt die Beteiligung am Projekt der „Trianel“-Gruppe in Lünen, einem Steinkohlekraftwerk mit 750 Megawatt Leistung; Investitionsvolumen: 1,4 Milliarden Euro. Es soll 2012 ans Netz gehen.
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